Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 sollten auf der TGV-Strecke von Basel nach Paris alle sechs täglichen Verbindungen mit dem Doppelstöcker Euroduplex gefahren werden. Ursprünglich war dies sogar schon für den Sommer 2012 geplant, wegen Lieferschwierigkeiten beim Hersteller Alstom aber verschoben worden.

Nun kommt es wieder anders. Statt derzeit drei täglichen Verbindungen mit dem modernen, farbenprächtigen Doppelstöcker, der seit Ende 2011 im Einsatz ist, wird es ab 15. Dezember nur noch zwei geben. «Die Kapazität der Züge ist zu gross, um sie auf allen Verbindungen einzusetzen», erklärt Alain Barbey, Geschäftsführer von TGV Lyria.

Schneller über Dijon

TGV Lyria ist die gemeinsame Betreibergesellschaft von SBB und SNCF für die TGV-Verbindungen zwischen der Schweiz und Frankreich. Von Basel aus kann man seit 2007 ohne umzusteigen mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug nach Paris fahren. Die ersten Jahre war dies der TGV Est über Strassburg, seit 2011 aber führt die Verbindung mit dem TGV Rhin-Rhône eine halbe Stunde schneller über Dijon und dauert noch drei Stunden.

Der TGV Rhin-Rhône ist eine Erfolgsgeschichte. «2012 sind die Fahrgastzahlen weit über unsere Erwartungen um 36 Prozent gestiegen. Jetzt haben wir mit 6 Prozent eine normalere Steigerung, die aber in Ordnung ist», kommentiert Barbey. Die durchschnittliche Auslastung der Züge liege bei 80 Prozent.

Statt 510 Sitzplätzen 360

Mit 510 Sitzplätzen kann der Euroduplex gegenüber den herkömmlichen TGV mit 360 Plätzen erheblich mehr Passagiere transportieren. «Wir müssen die Doppelstöcker teuer von den SNCF mieten, haben aber 2012 19 eigene TGV-Zugverbindungen gekauft, die bis 2015 alle modernisiert werden», sagt Barbey. Da sei es im Interesse von Lyria die eigenen Züge, die einen identischen Auftritt mit dem Logo der Marke Lyria erhalten, zu benutzen.

Die Lyria TGV stammen von 2007, vom Start des TGV Est, und haben die gleichen Zugmaschinen wie die Euroduplex. Die doppelte französisch-schweizerische Zugbegleitung wird aufrechterhalten. Einen guten Service zu bieten sei zudem in den Zügen mit nur einer Ebene einfacher, argumentiert Barbey.

Der Frühzug ab Paris startet ab Dezember statt bisher um 6:15 Uhr erst um 7:19 Uhr. Neu gibt es ab Anfang Januar, insbesondere für die Business-Klientel, im Pariser Bahnhof Gare de Lyon, wohin alle TGV Lyria fahren, eine Lounge. Von Basel fährt ab 8:36 Uhr alle zwei Stunden ein TGV in die französische Hauptstadt. Die Fans des Euroduplex kommen mit den Zügen von 14:34 und 16:34 Uhr ab Basel in den Genuss des Doppelstöckers, ab Paris ist dies um 7:19 Uhr und 10:23 Uhr.

Konkurrenz könnte dem TGV Rhin-Rhône im Sommer 2016 vom TGV Est erwachsen. Dann ist der zwei Milliarden Euro teure Ausbau der fehlenden 106 Kilometer zwischen Strassburg und Lothringen fertig. Die Fahrt nach Paris geht dann 30 Minuten schneller und dauert genauso lange wie über Dijon.

TGV Est ist keine Alternative

Für Alain Barbey indes ist der Weg über Strassburg keine Alternative. «Das ändert nichts für uns. Alle unsere Züge enden im Gare de Lyon und der ist wichtig für uns.» Der TGV Est fährt mit dem Gare de l'Est einen anderen Pariser Bahnhof an.

Das letzte Wort ist nicht gesprochen. «Wir werden die beste Verbindung suchen», sagte Philippe Richert, Präsident der Region Elsass, neulich zur Zeitung «L'Alsace». Hintergrund: Die Strecke Paris-Marseille, die der TGV Rhin-Rhône zum Teil benutzt, ist erheblich stärker ausgelastet als Strassburg-Paris und deshalb störungsanfälliger.