Einweihung
Ein Stück mehr «Rheinliebe» mit den neuen Terrassen am Rheinufer

Seit Dienstag gibt es am Rhein mehr Platz zum Verweilen. Die neuen Terrassen wurden eingeweiht. Doch nicht alle freuen sich darüber. Besonders Anwohnerinnen und Anwohner befürchten Lärm und Littering. Schon jetzt hat das Projekt jedoch ein Ablaufdatum.

Olivia Fierz
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Einweihung Rheinterrassen
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Eingeweiht wurden die Terrassen von Monica Linder-Guarnaccia, Geschäftsführerin von IBA Basel, und Hans-Peter Wessels, Bau- und Verkehrsdirektor.
Für drei Jahre lädt das Projekt nun zum Verweilen ein.

Einweihung Rheinterrassen

Kenneth Nars

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Mit den kühleren Nächten leert sich das Rheinufer, und die Menschen treffen sich nun wieder vermehrt in den Innenräumen. In diesen spätsommerlichen Tagen wird das Rheinufer aber noch einmal aufgefrischt: Neue Terrassen aus Holz sollen oberhalb der Mittleren Brücke als zusätzliche Erholungsmöglichkeit dienen.

Am Dienstag weihte Monica Linder-Guarnaccia, Geschäftsführerin von IBA Basel, die neuen Terrassen ein, zusammen mit Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. 27 Meter lang und vier Meter tief ist die Stahl- und Holzkonstruktion, die drei Jahre der Bevölkerung zur Verfügung stehen wird.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) 2020 Basel hat das Projekt in die Wege geleitet. Es ist Teil der Projektgruppe «Rheinliebe», die sich trinational aus Vertretern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammensetzt. «Der Rhein ist das verbindende Element im trinationalen Raum», sagt Hans-Peter Wessels.

Nutzung des öffentlichen Raums für alle

Aber nicht nur wegen der trinationalen Bedeutung sei die Nutzung des Rheinufers wichtig, denn am Rhein träfen verschiedene Interessen am öffentlichen Raum zusammen, so Wessels. Neben der wirtschaftlichen Nutzung durch die Schifffahrt sei das Ufer des Rheins ein Ort der Begegnung und das Zuhause vieler Anwohner.

Mit der zusätzlichen Fläche von 100 Quadratmetern werde das stark belebte Rheinufer nun entlastet. «Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung den neuen Flanierort am Rhein sehr gerne in Anspruch nehmen wird», sagt er.

Anwohner beschweren sich über das Projekt

Ein Teil der Bevölkerung war jedoch gegen die neuen Holzterrassen am Rhein. Das Thema führte vor allem bei Anwohnerinnen und Anwohnern des Rheinufers vermehrt zu Diskussionen und Einsprachen. Gründe dazu waren hauptsächlich Lärmbeschwerden und Littering. «Ein typischer Konflikt», meint Wessels. «Ein solch schöner Ort soll aber für alle da sein.» Die Einsprachen seien ausserdem nicht weitergeführt worden, als man erfuhr, dass die Rheinterrassen nicht für immer, sondern nur für drei Jahre bleiben würden.

Das Projekt «Rheinliebe» verfolgt die Vision, eine gemischte und aufeinander abgestimmte Nutzung des Rheinufers zu ermöglichen, sodass sich eine gemeinsame Identität über die Grenzen hinweg entwickeln kann. «Das Projekt der Rheinterrassen ist dabei nur ein Puzzleteil der Gesamtvision», sagt Monica Linder-Guarnaccia.

Die Rheinufer von Stein in der Schweiz über Bad Säckigen in Deutschland bis nach Kembs in Frankreich sollen zugänglicher und durchlässiger gestaltet werden. In drei Jahren soll dann das Kleinbasler Rheinufer zwischen Mittlerer Brücke und Wettsteinbrücke saniert werden.