In ein Lager des Historischen Museums Basel (HMB) ist Wasser eingedrungen. «Die starken Regenfälle der letzten Tage haben dazu geführt, dass Wasser aus der benachbarten Grünfläche in das Depot an der Hochbergerstrasse eingedrungen ist», bestätigt HMB-Sprecher Andreas Mante. Auf 564 Quadratmetern sind dort Museumsobjekte eingelagert, die bedroht waren. Glück im Unglück: Die Museumsverantwortlichen haben die Objekte eigens so gelagert, dass das Wasser nicht an sie gelangen kann.

Depot-Situation ist ungenügend

Der Wassereinbruch war ein Unfall mit Ansage. Und es ist nicht zum ersten Mal passiert. Das Risiko ist denn auch seit Jahren bekannt. Im vergangenen Herbst hatte die «Schweiz am Wochenende» einen vertraulichen Bericht von Marc Fehlmann öffentlich gemacht. Auf 42 Seiten schlägt der neue HMB-Direktor Alarm, macht auf verschiedene Problemfelder in seinem Haus aufmerksam und skizziert Lösungsansätze. So hat der neue Direktor festgestellt, dass die Depot-Situation völlig ungenügend ist.

An der Barfüssergasse lagern beispielsweise Textilien in Räumen, die nicht klimatisiert sind, keinen Lichtschutz bieten und undichte Fenster Insektenbefall möglich machen. Hinzu kommen alte Wasserleitungen, die bersten können. Andere Depots würden wegen Platzmangel keine feuerpolizeilichen Richtlinien einhalten. Das alles ist aber immer noch weniger schlimm als das Lager an der Hochbergerstrasse, welches die Museumsverantwortlichen wegen der Gefahr von Wassereinbrüchen schon lange als «eh nicht als Depot tauglich» bezeichnen.

Immobilien Basel-Stadt hat nun rasch reagiert. Im Depotraum ist das Wasser aufgesaugt und eine Dämmung gegen weitere Einbrüche angebracht worden. Gleichzeitig wird eine permanente Abpumpstation installiert. Damit ist das Wasser weg, die Feuchtigkeit aber bleibt. «Wir haben einige Objekte gezügelt, damit die Feuchtigkeit nicht weiter auf diese einwirken kann», sagt Mante. Schon Fehlmanns Vorgängerin Gudrun Piller hatte betont, dass das Museum versuche, die unterschiedlichen Anforderungen der Sammlungsstücke zu berücksichtigen und heikle Werke in entsprechend ausgerüsteten Depots zu lagern. Bisher handelt es sich bei den Lösungen aber vorab um Flickwerk.

HMB zwischen Stuhl und Bank

Mit seinen Lagern befindet sich das HMB in einer weniger komfortablen Situation als die anderen vier staatlichen Museen von Basel-Stadt: Seine Sammlung ist auf sieben kleine Standorten verteilt. Zuletzt musste es für die 40 Kutschen, die nicht mehr in Brüglingen ausgestellt werden konnten, in Pratteln 350 Quadratmeter Lagerfläche anmieten. Vor Jahren bestand der Plan, für die fünf Museen nach dem Vorbild des Landesmuseums ein grosses Sammlungszentrum zu bauen. Doch das Projekt im Jura kam nicht zustande – nicht zuletzt, weil sich ausser dem HMB alle Basler Sammlungen selbstständig organisierten oder zumindest die Weichen dazu gestellt hatten.

Nun aber ist das Historische Museum daran, eine detaillierte Depotanalyse zu erstellen und noch in diesem Jahr zusammen mit einer quantifizierbaren Raumbedarfsanalyse vorzulegen. Fürs Erste werden aber noch weitere bauliche Massnahmen für den Standort an der Hochbergerstrasse geprüft. Gleichzeitig zieht das HMB auch einen Auszug in Betracht. Zumal das Lager wegen eines geplanten Liegenschaftsverkaufs 2019/20 zumindest gefährdet sei. (dba)