Die Geschichte dieser historischen Aufnahme ist lang und kompliziert. Gefunden hat sie Kristen Sherman bei ihrer 90-jährigen Grossmutter aus Philadelphia/USA, deren Grossvater einen Schwiegervater hatte, dem eines der abgebildeten Geschäfte gehörte – nämlich das Geschäft A. Siegrist. «Mehr weiss ich darüber nicht, aber es würde mich ungeheuerlich interessieren, ob die Gebäude noch stehen und ob jemand etwas auf dem Foto erkennt», schreibt Sherman auf der Internetseite reddit.com, auf der sie das Foto vor gut zwei Wochen veröffentlicht hat. Tatsächlich antworten ihr einige Benutzer. «Es erinnert mich an eine kleine Strasse beim Barfüsserplatz, dort, wo ‹IngenoData› war», schreibt einer. Ein anderer will sich «ziemlich sicher sein, dass sich das Gebäude an der Ecke Marktplatz / Freie Strasse» befunden hat.

Von der bz angefragt, schreibt Kristen Sherman, dass es sie schon immer interessiert habe, wo sie herkomme. Eines Tages wolle sie selber nach Basel kommen und sich das Gebäude anschauen – wenn sie dann wisse, ob es noch stehe und wo genau. Weiter erläutert die im Süden der USA lebende Medizinerin in ihrem Mail, dass sie sehr hoffe, dass die Geschichte ihres Fotos interessant genug für einen Artikel in der Zeitung sei. «Wenn nicht, kann ich das verstehen und bin ‹happy›, die Geschichte zumindest einer Person erzählt zu haben.»

Hier kommt Hans-Peter Ebneter ins Spiel. Die bz hat den 59-jährigen Hobbyfotografen, der im Staatsarchiv historische Aufnahmen aufstöbert und an derselben Stelle nochmals fotografiert und auf Facebook veröffentlicht, im Februar porträtiert. «Den ‹Korbwaarenfabrik›-Fassaden-Schriftzug habe ich bei einer meiner Recherchen im Staatsarchiv gesehen. Er stammt vom Marktplatz, in Richtung Freie Strasse», sagt Ebneter und bestätigt damit die Aussage des einen Reddit-Nutzers.

Ein kurzer Augenschein vor Ort bestätigt, dass es sich um diese Ecke handelt – wobei nichts mehr ist, wie es zur Zeit der Aufnahme war. Sämtliche Gebäude auf dem historischen Foto sind, teilweise schon vor hundert Jahren, neuen gewichen. Ob die Amerikanerin – im Wissen darum – die Stadt Basel dennoch besuchen wird, ist offen. Wegen der Zeitverschiebung konnte sie diese Frage bis Redaktionsschluss noch nicht beantworten.