Ein(e) Art Tagebuch
Luxus ist immer rar

Die wichtigste Kunstmesse der Welt ist zurück in Basel. Wir werfen jeden Tag ein kleines Schlaglicht darauf, was sich dort abspielt und was das mit der Stadt Basel macht.

Patrick Marcolli
Patrick Marcolli
Drucken
Teilen
Begehrt: Die schwarzen Bändeli der Art.

Begehrt: Die schwarzen Bändeli der Art.

Bild: map

Ja, die Herbst-Art ist angekommen. Bei Sammlern, Galeristen, Schönen und Reichen, die zum Teil gar mit Helikopter im Kleinbasel anrauschen. Und beim Schreibenden, an dessen Handgelenk seit Montag auch eines der berühmten schwarzen Bändeli baumelt.

Aber ist sie auch bei Baslerinnen und Baslern angekommen, die sich nicht professionell oder aus reichtumsgenerierter Langeweile mit Kunst beschäftigen? Da habe ich doch meine Zweifel. Die Messe öffnet ihre Tore für die Normalsterblichen erst morgen Freitag. Das nennt man Menschenstaffelung auf die Spitze treiben. Luxus, das weiss die Luxusgüterindustrie, zu der auch der kommerzielle Kunsthandel gehört, entsteht durch Verknappung. (Das wissen übrigens auch die Künstlerinnen und Künstler. An der «Liste» bekam ich eine Fotografie aus einer Serie von fünf angeboten. Die ersten Abzüge können einzeln erworben werden, danach gibt es sie nur noch im Fünferpack).

Zu diesem Thema fällt mir eine hübsche Anekdote ein: Ein früherer Basler Politiker und Wirtschaftsführer wurde einst an einem Anlass der Kunstmesse vor einer Absperrung von einer Ordnerin angehalten und darauf verwiesen, dass hier der VIP-Bereich beginne. Seine lapidare Antwort: «Meine Dame, wo ich bin, ist der VIP-Bereich.»

Aktuelle Nachrichten