Basel-Stadt

Eine Basler Herzenssache: Rheinbestattung bewilligungsfrei – aber nur in Form offener Asche

Die Asche Verstorbener darf künftig ohne Bewilligung im Rhein verstreut werden.

Basel-Stadt liberalisiert die Beisetzung der offenen Asche. Die Beerdigungen im Garten allerdings werden verboten.

Gestorben wird immer. Aber nicht immer gleich. Auch bei Bestattungen gibt es Trends. Immer mehr Angehörige wünschen, dass die Asche der Verstorbenen verstreut wird oder ohne Urne auf dem Friedhof begraben wird.

Nun hat der Kanton Basel-Stadt die Totalrevision des Bestattungsgesetzes vorgelegt. Hierin werden Bestimmungen gelockert, die nahezu ein Jahrhundert überdauert haben. «Die bisherigen Bestattungseinheiten sind zu eng definiert», heisst es im Ratschlag. «Heute gibt es Bestattungsformen, die gesellschaftlich akzeptiert sind und vermehrt nachgefragt werden und nach dem Willen des Gesetzgebers nicht zulässig sind.»

Nur offene Asche darf ausgebracht werden

Das soll sich nun ändern. Das Gesetz sah bisher vor, dass eingeäscherte Leichen mitsamt Urne begraben werden müssen. Neu wird die Beisetzung der offenen Asche möglich. Diese Bestattungsform war bisher nur mit einer Bewilligung möglich. Dabei ist die Schweiz das Land, in dem die Zahl der Feuerbestattungen europaweit am höchsten ist, gefolgt von Tschechien. Gemäss der Nachrichtenplattform Swissinfo liegt der Anteil der Feuerbestattungen hierzulande bei 80 Prozent. In rund 20 Prozent der Fälle werde die Asche der Verstorbenen in der Natur verstreut. In Basel dürfen die Angehörigen die Asche der Verstorbenen künftig in den Rhein schütten – ganz ohne Bewilligung.

Es müsse einfach die Pietät der Angehörigen gewahrt und Rücksicht auf die Umwelt genommen werden. Dieser Passus geht auf Erfahrungen in Zürich zurück. 2010 hatten Polizeitaucher 50 Urnen auf dem Boden des Zürichsees gefunden. Beisetzungen seien deshalb im öffentlichen Raum möglich, wo keine Gefährdung der Umwelt erfolge. «Dies gilt auch bei Fliessgewässern, was insbesondere bedeutet, dass nur die offene Asche ausgebracht werden darf.»

Generell ist das neue Bestattungsgesetz liberaler. In einem Punkt ist es jedoch restriktiver als das alte. Leichen dürfen nicht mehr im Garten vergraben werden – dafür konnten bislang Bewilligungen eingeholt werden. Dies wird aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen künftig nicht mehr möglich sein. Und weil das Grundwasser nicht verschmutzt werden soll.

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