Basel

Eine Fischerei mit langer Tradition

Mit dem Hebel wird der Ausleger bedient und das Netz in Position gebracht.

Mit dem Hebel wird der Ausleger bedient und das Netz in Position gebracht.

Galgenfischen ist heute ein Hobby – früher wurden die Häuschen am Rhein in Basel aber von Berufsfischern genutzt.

Als Fischergalgen oder als die damit eng verwandten Salmenwaagen bezeichnet man die Vorrichtungen mit einem langen Ausleger und einem Netz, das per Kurbel hoch und runter gelassen werden kann. Um einen Fisch zu fangen, wird das Netz straff gespannt bis auf den Grund gelassen, möglichst an einer tiefen Stelle, welche auch Woog genannt wird. In Abständen von einigen Minuten wird hochgezogen. Sollte sich dann genau ein Fisch über dem Netz befunden haben, wird er gefangen. Die Maschen sind dabei ziemlich breit, sodass sich kleinere Exemplare gar nicht darin verfangen.

Heute werden die Galgen zum Freizeitvergnügen genutzt – früher war damit ein Beruf verbunden. Diese spezielle Art der Fischerei wird schon sehr lange praktiziert: Das älteste Dokument, das einen Galgen im Zusammenhang mit der Stadt Basel erwähnt, stammt aus dem Jahr 1333. Die damaligen Konstruktionen sind jedoch nicht mit den heutigen kleinen Hütten zu verwechseln, sondern waren sehr viel einfacher. Dafür erreichte auch der Fangertrag andere Dimensionen: Die Nase, heute auf der Liste gefährdeter Tiere und ganzjährig geschützt, war Brotfisch der armen Leute und jährlich wurden über 1000 Lachse aus dem Rhein gezogen. Der massive Rückgang der Fischbestände ist allerdings weniger auf die Fischerei als auf die baulichen Veränderungen entlang des Flusslaufes zurückzuführen.

Dem Ausbau des Kraftwerks Birsfelden und den Hafenanlagen mussten auch einige Fischerhäuschen auf Baselbieter Kantonsgebiet weichen. Auf einer Strecke von rund sechs Kilometern wurden 30 Galgen abgerissen. Die rund 60 Galgen innerhalb des Stadtbanns hingegen sind denkmalgeschützt und zu grossen Teilen im Kantonsbesitz. Nutzer zahlen eine jährliche Pacht, wobei dieses Recht vom Vorgänger abgekauft werden muss. Liebhaberpreise sind hier eher Regeln denn Ausnahme. Wer heute damit fischen möchte, muss den Sachkunde-Nachweis erbringen und zusätzlich jedes Jahr ein Patent lösen.

Einer der prominentesten Galgen befindet sich vor der Schwarzwaldbrücke: Vom sogenannten «Horst» startet jedes Jahr der Wild Maa am Vogel Gryff seine Rheinfahrt auf dem Floss.

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