Die durch das Schliessen vieler Basler Clubs entstandene Facebook-Gruppe «Für ein junges lebendiges Basel» gründete einen Verein, lancierte eine Petition und präsentierte nun am Dienstagabend einen Kurzfilm, der die vermeintlich sterbende Kultur thematisiert. Der Film, eine Mischung aus Plattform für Künstler und Betroffene und Werbefilm für Basel und dessen Kultur fasst die ganze Problematik noch einmal zusammen. Mit dem Fazit, dass Basel den grossen Worten des «Culture unlimited»-Slogans endlich gerecht werden solle und das Nachtleben als Kultur anerkennen müsse.

Dass das Nachtleben bei vielen erst als Kultur anerkannt worden sei, als dessen Bedrohung offensichtlich wurde, sei sinnbildlich. «Die Kultur ist für den Menschen wie das Wasser für den Fisch. Erst, wenn er es nicht mehr hat, merkt er, dass er es zum Leben braucht», so Christoph Schwegler, Sprecher des Kurzfilms.

Alle wollen Dialog – wirklich?

Doch weil ein Film alleine nicht reicht, um die problematische Situation zu lösen, wurde anschliessend eine Podiumsdiskussion angesetzt, die gut besetzt war. Gregory Brunold, als Mitbegründer des Nordstern direkt Betroffener des Clubsterbens, Matthias Nabholz, Amtsleiter des Amts für Umwelt und Energie und damit Zuständiger für Lärmschutz-Vorschriften, Regierungspräsident Guy Morin sowie DJ Thom Nagy und Floss-Initiant Tino Krattiger debattierten über die gefährdete Kultur.

Wobei debattieren der falsche Ausdruck ist. Viel mehr wollte jeder Podiumsteilnehmer seine Gedanken wiedergeben, eine wirkliche Diskussion entstand nicht. Krattiger bedauerte die seiner Meinung nach nicht existierenden Begegnungen in den Basler Begegnungszonen, Nabholz lobte Basel, weil es fast keine Stadt gäbe, die an so vielen öffentlichen Orten so viele Anlässe durchführt. Und der wenig begeisterte Morin musste sich immer wieder rechtfertigen. Beispielsweise, wieso es in Basel kein Nachtkonzept gibt, wieso das momentane Lärmkonzept gut ist, wie es ist, und dazu, dass die Stadt durchaus auch billigen Wohnraum schaffe und nicht nur solchen für Expats.

Der Tenor der fünf Podiums-Teilnehmer war, dass alle für einen Dialog zum Thema Clubsterben bereit seien. Doch diesen Eindruck erweckten sie nicht. Während Morin versicherte, immer wieder Rahmenbedingungen schaffen zu wollen, damit immer wieder etwas Neues entstehen könne, beschwichtigte Nagy, die Situation sei nicht so schlimm und er positiv gestimmt.

Wie die Debatte weiter geht, ist fraglich. Denn es wurden keine konkreten Forderungen vonseiten der Clubliebhaber gestellt, sodass Morin und Co. auch keine konkreten Lösungen liefern konnten. Nach diesem Anlass, an dem Bewohner der Stadt im Publikum sassen, scheinen die Positionen Politik und Nutzer immer noch meilenweit voneinander entfernt. Und Lösungen nicht in Sicht.