Kommentar

Eine Generation steht vor einem weiteren Stresstest – ein Kommentar

Die Infektionszahlen steigen: ein weiterer Stresstest. (Symbolbild)

Die Infektionszahlen steigen: ein weiterer Stresstest. (Symbolbild)

Ein unheimliches Virus trifft auf eine gesundheitsbesessene Gesellschaft. Jetzt, da die Corona-Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen, stehen wir vor einem weiteren Stresstest. Die bisher getroffenen Massnahmen schützen, aber sie bringen uns in Nöte, schränken ein, isolieren, machen einsam und auch arm.

Für die Region Basel steht viel auf dem Spiel. Das urbane Zentrum hat mit seiner liberalen Grundhaltung und den offenen Grenzen Vorbildcharakter, ist zum Schmelztiegel der Kulturen und zum fruchtbaren Grund für verschiedenste Lebensentwürfe geworden. Man ist gern hier, und entsprechend können die hier ansässigen Konzerne und Kreativwerkstätten ihre Talente weltweit rekrutieren. Aber «Corona» überdeckt fast alles. Die Schweizer Politik nützt dies und verabschiedet still und leise ein überhartes Anti-Terror-Gesetz. Es ist bezeichnend, dass lediglich Jungparteien das Referendum ergreifen. Die Jungen sind es, die besonders wachsam sind und sein müssen.

Was wird einmal aus dieser Generation? Werden künftige Historiker von einer «Lost Corona-Generation» sprechen? Von einer Generation, die kaum mehr etwas von der liberalen, demokratischen Ordnung hatte und sich mit einem Gesundheitstotalitarismus auseinandersetzen musste? Hier in Basel sollte die Politik, auf der Basis einer freien Gesellschaft, ihre Massnahmen gegen die Pandemie besonders sorgfältig abwägen und Mass halten.

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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