Uni Basel
Eine interaktive Ausstellung, die nicht nur plumpe Wissenschaft präsentiert

Die Wanderausstellung «MenschMikrobe» will die Faszination und ein Bewusstsein für die kleinen Helfer und Plagegeister wecken. Die Uni Basel ist der 14. und einzige Standort in der Schweiz. Die Ausstellung kann noch bis zum 8. Mai besucht werden.

Silvana Schreier
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Die Ausstellung richtet sich an Kinder und Erwachsene.
9 Bilder
Das Playmobil-Krankenhaus zeigt, wo sich überall Ansteckungsgefahren verstecken.
Die Humboldt-Universität in Berlin war die erste Station der Wanderausstellung.
Wie gut habe ich meine Hände gewaschen? Dies kann man in der Ausstellung untersuchen.
«MenschMikrobe»-Ausstellung an der Uni Basel
Die Schau gastierte bereits in verschiedenen Städten in Deutschland und Österreich.
Kinder können anhand dieses überdimensionalen Bakteriums aus Plüsch ein Bild des Erregers machen.
Von A wie AIDS bis T wie Typhus.
Schätzungsweise leben über hundert Billionen Mikroben in unserem Körper. Das sind zehn Mal mehr als unser Organismus Zellen besitzt.

Die Ausstellung richtet sich an Kinder und Erwachsene.

Zur Verfügung gestellt

«Wir alle waren schon einmal krank. Deshalb kann jeder etwas mit dem Thema anfangen.» Und genau darauf baut Martin Lindner auf. Er ist Kurator und Initiant der Wanderausstellung «MenschMikrobe», die zurzeit in Basel zu sehen ist. Lindner übernahm in seiner Funktion als Kurator den wissenschaftlichen Teil, Gestaltung und Konzept wurden von einer Projektgruppe ausgearbeitet.

Von nützlich bis gefährlich

«Anlass für die Ausstellung ist der 100. Geburtstag von Robert Koch», erklärt Lindner. Koch war der erste Mikrobiologe und prägte die Wissenschaft der Bakteriologie im 19. Jahrhundert. Die Objekte am Ausstellungsbeginn im ersten Stock des Kollegiengebäudes der Uni Basel beschäftigen sich mit dem Medizin-Nobelpreisträger und seiner umfassenden Forschung. Lindner: «Mit den Audiostationen möchten wir die Gesellschaft miteinbeziehen und dem Publikum nicht nur plumpe Wissenschaft präsentieren.» Die Wanderausstellung unterscheidet sich nicht nur dadurch von anderen: Persönliche Krankheitsgeschichten von Betroffenen, ein Playmobil-Krankenhaus mit Warnleuchten und eine lebensgrosse Figur mit Krankheitserregern erklären die komplexe Infektionsforschung anschaulich. Während das erwachsene Publikum zusätzliche Hintergrundtexte geboten bekommt, können sich die jüngeren Besucher am Maltisch austoben oder eine Bakterienzelle aus Plüsch untersuchen.

Das Ziel der Ausstellung ist, Faszination zu wecken und ein Bewusstsein für die kleinen Helfer und Plagegeister zu schaffen. Schliesslich beherbergt unser menschlicher Körper geschätzte hundert Billionen Mikroben. Einige davon nützen uns bei der Verdauung oder unserem Immunsystem. Andere sind bloss blinde Passagiere. Nochmals andere sind aber potenziell gefährliche Keime. Die Ausstellungswände zeigen: Zwischen Gesundheit und Krankheit ist oft nur ein schmaler Grat.

Die Wanderausstellung tourt seit 2010 durch Deutschland und Österreich. Basel ist der 14. und einzige Standort in der Schweiz. Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut der Universität Basel meldete bei den Verantwortlichen Interesse an und wollte das Projekt als Mentor übernehmen.

Die Finanzierung der Schau, also die Bereitstellung der Ausstellungsobjekte und den Transport, übernehmen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Robert-Koch-Institut (RKI). Die gesamten Organisationskosten, die Führungen und Vorträge und das nötige Personal wird von den jeweiligen Gastgebern bezahlt. Eintritt kostet «MenschMikrobe» nicht.

Im deutschsprachigen Raum sahen sich knapp 130'000 Besucher die Ausstellung an. «Besonders gut eignet sie sich für Schulklassen, die das Thema Infektion gerade im Unterricht behandeln», sagt Lindner. 1300 Klassen aus verschiedenen Altersstufen kamen schon vorbei. Doch Lindner und seine Mitarbeiter möchten ein breites Publikum ansprechen: «Von Kindern bis zu 70-Jährigen, bei uns können alle noch was dazu lernen.»

Die Ausstellung kann bis zum 8. Mai von Montag bis Samstag in der Uni Basel besucht werden.