Riehen

Eine kleine Schiessanlage mit grosser Wirkung

Riehen hat neu einen 25-Meter-Schiessstand.

Riehen hat neu einen 25-Meter-Schiessstand.

Der Schiessplatz Riehen hat neu eine 25 Meter Schiessanlage. Nach der Schliessung des Schiessplatzes Allschwilerweiher ist sie die einzige in Basel-Stadt.

Maximal fünf Schützinnen und Schützen können sich mit ihrer Pistole gleichzeitig hinstellen. Nach einer festgelegten Zeit drehen sich die Scheiben in ihre Richtung. Alle haben die abgemachten Sekunden Zeit, um ihren Schuss abzugeben. Drehen sich die Scheiben wieder weg, bevor man geschossen hat, gilt dies automatisch als Nuller. Die neue 25 Meter Schiessanlage beim Schiessplatz Riehen ist die modernste, die es momentan auf dem Markt gebe, erklärt Fredi Schwab, leidenschaftlicher Schütze und Bauleiter der neuen Anlage. 180 000 Franken hat sie gekostet und wurde unter anderen von der Gemeinde Riehen und dem Kantonal-Schützenverband Basel-Stadt finanziert. «Hätten die Schützen selber nicht derart viel Fronarbeit geleistet, wäre die neue Schiessanlage nie realisierbar gewesen», so Schwab.

Entlastung für Basler Schützen

Nach der Schliessung des Schiessplatzes Allschwilerweiher mussten die Basler Schützen nach Pratteln auf die Schiessanlage Lachmatt. Dafür zahlte der Kanton viel Geld. Die neue 25 Meter Anlage in Riehen hat demnach auch eine regionale Bedeutung. «Dank ihr müssen jetzt die Pistolenschützen aus Bettingen, Riehen und auch aus dem Kleinbasel nicht mehr den weiten Weg nach Pratteln auf sich nehmen, weil sie jetzt auch in Riehen schiessen können», erklärt Kreiskommandant Alfred Widmann. Auch das Obligatorische lasse sich auf der neuen Schiessanlage absolvieren. Der Riehener Schiessplatz deckt nun das komplette Angebot ab. Neben der neuen 25 Meter Anlage sind dies die Anlagen über 50 Meter für Pistolen und Kleinkaliber und natürlich die Königsdisziplin 300 Meter mit dem Sturmgewehr.

Von links: Guido Vogel, Gemeinderat, Alfred Widmann, Kreiskommandant, Mischa Hauswirth, Präsident IG Schützen Riehen und Fredi Schwab, Vorstandsmitglied der IG Schützen Riehen und Bauleiter.

Von links: Guido Vogel, Gemeinderat, Alfred Widmann, Kreiskommandant, Mischa Hauswirth, Präsident IG Schützen Riehen und Fredi Schwab, Vorstandsmitglied der IG Schützen Riehen und Bauleiter.

Und rechtzeitig zur neuen Anlage ist das Riehener Schützenwesen wieder im Aufwind. Vor allem der Arbeiterschiessverein geniesse momentan regen Zulauf von jungen Schützinnen und Schützen, freut sich Mischa Hauswirth, Präsident der IG Schützen, der Dachorganisation der Riehener Schützen. «Schiessen wird heute mehr als Sport und nicht mehr nur von der militärischen Seite her gesehen», so Hauswirth. Dies mache das Schiessen auch für Junge attraktiver. Gerade im Kleinkaliberbereich sei der Andrang gross.

Wenige Schiesstage im Jahr

Trotz neuer Anlage und mehr Nachwuchs ist auf dem Schiessplatz nicht alles Gold, was glänzt. Als dieser 1898 oben am Hang eröffnet wurde, war an dortigen Wohnraum nicht zu denken. Über die Jahrzehnte hat sich der Siedlungsgürtel aber ausgedehnt. Folge davon sind Nachbarn, die sich auch mal stören, wenn am späteren Abend im Schützenhaus noch etwas los ist. Es seien zwar nur wenige, betonen die Verantwortlichen, aber das reiche, um Probleme zu bekommen. «Der Schiessplatz Riehen hat so wenige Schiesstage wie fast kein anderer Schiessplatz», klagt Fredi Schwab. Das Appellationsgericht Basel-Stadt entschied zudem, dass nur an 122 Tagen im Jahr im Schützenhaus bis maximal 22 Uhr etwas los sein darf. Trotzdem hoffen die Schützen, ihr 1999 renoviertes Vereinshaus mehr nutzen und auch vermieten zu können. Denn solche Lokalitäten gibt es in Riehen immer weniger.

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