Silvester-Feuerwerk

Eine Million für seine grosse Liebe – aber dieses Jahr knallt es weniger

Das Silvesterfeuerwerk wird dieses Jahr um einen Drittel reduziert. (Archivbild)

Das Silvesterfeuerwerk wird dieses Jahr um einen Drittel reduziert. (Archivbild)

Das diesjährige Silvesterfeuerwerk fällt kürzer aus. Sponsor Michele Parini sieht darin eine Chance für neue Ideen.

Hinter seinem Pult hängt das riesige Plakat, das für das diesjährige Basler Silvesterfeuerwerk wirbt. Darunter klebt eine ältere Ausgabe. Das Plakat sticht heraus im kleinräumigen Arbeitszimmer von Michele Parini. Es füllt den Platz zwischen Regal und Tür zur Küchennische. Das Zimmer liegt im hinteren Teil des Juwelier- und Uhrengeschäfts an der Hauptstrasse in Binningen.

Noch mehr Platz als das Plakat an der Wand nimmt das Feuerwerk im Leben Parinis ein. Seit 20 Jahren sponsert der 76-Jährige den Höhepunkt der Basler Silvesterfeier. Über eine Million Franken muss er seither in die Show investiert haben. Auch für das bevorstehende Feuerwerk steuert er einen grossen Batzen bei – die Kosten werden aufgeteilt zwischen Parini, dem Swisslos-Fonds Basel-Stadt, dem Grand Hotel Les Trois Rois und dem Grand Casino Basel.

Michele Parini, Schmuck- und Uhrenhändler: «Ich mache weiter, solange ich lebe.»

Michele Parini, Schmuck- und Uhrenhändler: «Ich mache weiter, solange ich lebe.»

Kleineres Feuerwerk, geringere Umweltbelastung

Doch ausgerechnet in diesem Jahr wird das Feuerwerk reduziert. «Ich wollte es dieses Mal eigentlich grösser und besser machen», sagt Parini. Er steht von seinem Bürostuhl auf, kramt in einem Bücherregal einen dicken, türkisfarbenen Ordner hervor. Mit einem Knall landet er auf dem Pult, Parini blättert durch die Zeitungsausschnitte: Er hat sämtliche Artikel seit 2000 gesammelt. «Hier, das war ein Skandal», sagt Parini und zeigt auf einen Bericht von 2001. Damals habe die Stadt ein Experiment gewagt und ein Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz organisiert. Ein Flop, meint Parini.

Dementsprechend kritisch blickt der Uhrenhändler auf die Neuerungen in diesem Jahr: Das Feuerwerk wird um einen Drittel reduziert. Begründet wird dies mit der Feinstaubbelastung. Die Organisatoren wollen ein Zeichen bei der Umweltverträglichkeit setzen, schrieb das Präsidialdepartement Mitte Dezember in einer Mitteilung. Ein bisschen enttäuscht darüber ist Parini schon, aber er will sich nicht zur Politik äussern.

Auch wenn das Feuerwerk kleiner ausfällt, die Basler dürfen am 1. Januar 2020 um 00.30 Uhr eine ausgeklügeltere Show erwarten. Erstmals wird das Feuerwerk nämlich musikalisch untermalt sein. Darauf freut sich auch Parini: «Diese Idee hatte ich schon vor zehn Jahren. Damals war der Kanton aber nicht offen dafür.» Da das Feuerwerk nun weniger koste, bleibe ihm mehr Geld für Werbung und Musik übrig. «Der Betrag, den ich zahle, ist aber gleich hoch wie in den vergangenen Jahren», stellt Parini klar. In welcher Höhe sich dieser bewegt, das lässt er lieber unbeantwortet. «Darum geht es ja nicht.»

Auch dieses Jahr auf dem Balkon des «Les Trois Rois»

Michele Parini entdeckte seine Liebe für Feuerwerke mit zwölf Jahren. In seinem Heimatdorf San Andrea di Conza in Italien sah er das erste Mal die Farben am Himmel. Da ihn das Feuerwerk und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons des Orts so faszinierte, vergass der junge Parini die Zeit. Als er zu spät zu Hause eintrudelte, musste er Schimpf und Schande über sich ergehen lassen. «Das vergesse ich nie mehr», sagt Parini ernst, bevor ein Schmunzeln über sein Gesicht huscht.

Die Liebe fürs Feuerwerk gab er an seine fünf Kinder und sieben Enkelkinder weiter. Den 1. August verbringt die Grossfamilie meist auf dem Bruderholz. Die Kinder decken sich zuvor mit Raketen, Vulkanen und Feuerwerksbatterien ein, erzählt Parini und zeigt auf eine bunte Weihnachtskarte, die er von einem seiner Söhne bekommen hat. Darauf lächeln er, seine Frau und die vier Kinder freundlich in die Kamera.

Parini hatte im Jahr 2000 das erste Basler Silvesterfeuerwerk organisiert. «Davor ging einer meiner Söhne jedes Jahr nach Paris oder Mailand. Seit es in Basel ein Feuerwerk gibt, bleibt er hier.» Parini hält darum an dieser Attraktion fest, für die Stadt. Er sagt: «Ich mache weiter, solange ich lebe.» Und auch dieses Jahr werde er sich die Show vom Balkon des Hotel Les Trois Rois aus ansehen, zusammen mit seiner Familie.

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