In der Nacht vom Fasnachtsmontag auf den Dienstag stand A. mit seinem Kollegen in der Wettsteinallee vor einem Guggenlokal, als die Polizei seine Personalien überprüfen wollte. Mit zwei Promille Alkohol im Blut hatte A. offenkundig nicht mehr mitbekommen, was die Polizei eigentlich von ihm wollte. Diese war durch einen Notruf alarmiert, wonach ein bewaffneter Mann in der Rheingasse andere Personen anpöble.

A. zeigte sich wenig kooperativ, wurde verbal ausfällig, griff um sich. Zwei Polizisten nahmen ihn in die Mangel, legten ihm Handschellen an. Weitere Polizisten kamen dazu und nahmen ihn mit auf den Posten. So steht es in den Gerichtsakten. In der eigenen Wahrnehmung hatte ihn ein Pulk von drei bis fünf Polizisten zu Boden gerissen und dabei verletzt.

Mit Strafbefehl und einer Busse von 800 Franken wollte die Staatsgewalt den für sie nicht gravierenden Vorfall bereinigen. Dass A. sich durch die Gegenwehr verletzt habe, sei ihm eigentlich Strafe genug. Doch da machte A. nicht mit. Er legte nicht nur Beschwerde gegen den Strafbefehl ein, er zeigte vielmehr auch die beteiligten Polizisten an, die ihn in seiner körperlichen Integrität verletzt hätten.

Die Verurteilung hat A. angefochten, weil die Ermittler ihn nicht richtig angehört hätten. Gegen die Richter stellte er Ausstandsbegehren, da sie befangen seien. Selbst das Bundesgericht bemühte A., das jedoch wie die kantonalen Instanzen keine Befangenheit feststellen konnte. A. nahm alle Rechte wahr, die ihm zustehen; die Genugtuung auch Recht zu erhalten, blieb ihm verwehrt.

Beinahe stärker als die eigene Busse scheint ihn zu schmerzen, dass die Basler Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Polizisten einstellte, die ihn verhaftet hatten. A. argumentiert, im Zweifelsfall müsse eine Anzeige doch vor Gericht gebracht werden und könne nicht von der Staatsanwaltschaft selbst eingestellt werden. Sein Anliegen fand beim Appellationsgericht kein Gehör und blitzte nun auch vor Bundesgericht ab, wie aus einem am Donnerstag publizierten Urteil hervorgeht.

Ausführlich wägt das oberste Gericht ab, ob dem alkoholisierten Fasnächtler Unrecht geschehen sein könnte. Doch die Aktenlage ist für die Richter eindeutig. Während die Polizisten den Ablauf stringent dargelegt hätten, fänden sich bei A. Ungereimtheiten und aktenwidrige Aussagen. Es sei erwiesen, dass er rechtliches Gehör gefunden habe. Unstimmig sei jedoch, dass A. behaupte, er sei mutmasslich mit einem Teaser verletzt worden. Denn zu diesem Zeitpunkt war die Waffe bei der Patrouille überhaupt noch nicht im Einsatz.