Muba
Eine virtuelle Erlebnisreise durch den Kanton Zug

Der Gastkanton Zug präsentiert sich an der Muba unauffällig – wird aber zur bleibenden Erinnerung. Das ist durchaus im Sinne der Projektleiter.

Muriel Mercier
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Der Gastkanton Zug präsentiert sich an der Muba auf einer kleinen Fläche.

Der Gastkanton Zug präsentiert sich an der Muba auf einer kleinen Fläche.

Juri Junkov

Nebst dem Klischee, die Einwohner des Kantons Zug bezahlen zu tiefe Steuern, denken die Schweizerinnen und Schweizer wohl vor allem daran, wie gerne sie Zuger Kirschtorte zum Dessert essen. Der Kanton aber hat weit mehr zu bieten: Viel Natur zum Wandern, einen See, um sich im Sommer abzukühlen, einen Spitzenclub im Eishockey (EV Zug). Das reiche Angebot präsentiert Zug an der Muba auf nur kleiner Fläche - für den kleinsten Kanton der Schweiz aber kein Problem.

Allerdings muss man ganz genau hinschauen, wenn man den Gastkanton in der Messehalle 1 besuchen möchte. Auffallen tut der Stand, der eigentlich nicht mehr als eine Häuserfassade ist, nämlich ganz und gar nicht. Umso mehr staunen Käthy Trachsler und ihre Tochter Roose, als sie sich in das Innere des Blocks wagen.

Ein Filmpanorama zieht die beiden in Bann. Reto Scherer, Gemeindegärtner aus Cham, steht auf einer Wiese im Vilette-Park und erzählt von der Rundleinwand aus, dass er dort zweimal im Jahr etwa 3000 Pflanzen setze.

Neben ihm erinnern sich Esty und Xeno von Hölzen an die Hochzeit, die sie hier gefeiert haben. Auch Nik Hartmann, Fernseh- und Radiomoderator aus Zug, fühlt sich im Vilette-Park wohl: «Wenn ich von irgendwoher in der Schweiz an den Zugersee zurückkomme und die Rigi sehe, dann weiss ich: Ich bin wieder zu Hause.» Besucherin Käthy Trachsler fühlt mit Hartmann: «Ich komme aus Zug und wohne seit 1957 in Basel. Aber jeden Monat besuche ich meine Schwester in Zug. Und jedes Mal fühle ich mich wieder daheim.»

Bewusst schlicht

Mit der virtuellen Erlebnisreise an der Muba wollen die Projektleiter von «Zug bewegt» den Besuchern ein authentisches Bild ihres Heimatkantons vermitteln. «Personen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten können per Knopfdruck auf der Leinwand zum Erzählen von Anekdoten aus ihrem Leben aufgefordert werden», erklärt Projektassistentin Seline Limacher.

Neben bekannten Gesichtern wie Nik Hartmann, der Marathonläuferin Patricia Morceli und den Komikern Duo Divertimento - alle gebürtige Zuger - lassen auch Coiffeusen, ein Hobbyfischer sowie ein Landwirt ihren Gedanken freien Lauf. «Jede freie Minute verbringe ich in der Natur. Ich brauche das als Ausgleich», schwärmt zudem Cécile Missler, Rezeptionistin in einem Weltkonzern.

Dass die Ausstellung «Zug bewegt» in Basel unauffällig daherkommt, war im Sinne der Projektleiter, führt Limacher aus. «Wir wollen schlicht auftreten. Die Besucher können ins Innere der Ausstellung gehen und sich dort beim Geschichten-Zuhören erholen.»

Aus diesem Grund auch sei der Gastro-Bereich nicht üppig eingerichtet. Viel mehr als ein paar Spezialitäten wie Kirschtorte und Speckli - ein Mandelgebäck - sowie das örtliche Bier «Baarer Bügelspez» wird nicht angeboten. «Wir wollen an der Muba keinen Restaurantbetrieb führen», so Limacher.

Das schlichte Konzept des Muba-Gastkantons scheint den Besuchern zu gefallen. «Die Ausstellung lockt an und man möchte stehen bleiben», ist Loretta von Allmen begeistert. Ihr Mann René von Allmen ergänzt: «Die interaktive Inszenierung und die verschiedenen Personen, die zu einem sprechen, machen das Erlebnis so persönlich.»