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Eines der seltensten Zoo-Tiere hat in Basel ein neues Zuhause gefunden

Im Terrarium 58 des Vivariums im Zoo Basel fanden vor Kurzem drei neue Tiere ihr Zuhause. Es handelt sich um drei Eidechsen der sogenannten Sakishima-Langschwanzeidechsen. Nur in wenigen Zoos kann man diese Tiere bestaunen. Seit Neuestem gehört der Zolli zu einem dieser Zoos.

Die Sakishima-Langschwanzeidechse kommt von südlichen japanischen Inseln und ist eine stark gefährdete Art. Bisher kann man solche Eidechsen nur in sehr wenigen Zoos bestaunen. Wie der Zoo Basel in einer Medienmitteilung schreibt, werden sie aktuell neben Basel nur noch in vier weiteren Zoos der ganzen Welt gezeigt: In den USA im Zoo Dallas, in Europa im Kölner Zoo, im Haus der Natur in Salzburg und im Haus des Meeres in Wien. Die Eidechsen mit ihrem neuen Basler Zuhause wurden im vergangenen Jahr im Haus des Meeres gezüchtet.

Das Terrarium 58 im Vivarium des Zoo Basel hat mit der Sakishima-Langschwanzeidechse einen neuen Vertreter der echten Eidechsen. Die Igishaki-Langschwanzeidechse, wie die Sakishima-Langschwanzeidechse auch genannt wird, gehört gemäss Angaben des Zoos zu der Familie der Echsen. Wie ihr Name schon sagt, fällt diese Art durch ihren langen Schwanz auf. Die meisten Eidechsen haben zwar einen sehr langen Schwanz, der mindestens doppelt so lang wie ihr übriger Körper ist. Doch bei der Langschwanzeidechse ist der Schwanz bis zu achtmal so lang wie ihr Körper.

Heimat auf den Yaeyama-Inseln

Ursprünglich leben die Langschwanzeidechsen auf den Yaeyama-Inseln. Das sind die südwestlichsten japanischen Inseln und liegen vor der Ostküste Taiwans. Dort kommt sie nur auf den vier Inseln Ishigakijima, Iriomotejima, Kohamajima und Kuroshima vor, schreibt der Zoo Basel. Ihr Gesamtverbreitungsgebiet werde auf 530 Quadratkilometer geschätzt. Sonnige Wiesen und lichter Wald sind die Heimat der Eidechse. Spannend ist, dass sie Jungtiere oft in offenen Gebieten aufhalten, während die geschlechtsreifen Eidechsen zum grössten Teil baumlebend sind.

Seit 2017 ist die Sakishima-Langschwanzeidechse in der Roten Liste als stark gefährdet aufgeführt. Früher kam diese Eidechsenart um einiges häufiger vor. Doch die Population hat sich durch die Umwandlung ihres geeigneten Lebensraums in Agrarland stark verkleinert. Zudem stellen eingeführte Pfauen eine Gefahr für die kleinen Tiere dar, die eine maximale Länge von 35 Zentimetern erreichen. Weiter vermehrt sich die Sakishima-Langschwanzeidechse relativ langsam: Das Gelege eines Weibchens im Frühsommer besteht aus lediglich ein bis zwei Eiern.

Sollbruchstelle am 6. Schwanzwirbel

Der Schwanz der Eidechsen ist sehr brüchig. Am sechsten Wirbel befindet sich nämlich eine Sollbruchstelle. Wenn das Tier in Gefahr ist, kann es an dieser Sollbruchstelle ihren Schwanz abwerfen. Dieser zuckt noch einige Minuten und soll so den Angreifer ablenken, während die Eidechse Zeit hat, um zu fliehen. Der Schwanz wächst dann wieder nach, erreicht aber nicht mehr seine ursprüngliche Länge. Diese Fähigkeit, bei Gefahr Körperteile abzuwerfen, nennt man Autotomie.

Echte Eidechsen

Obwohl Eidechsen vier Beine besitzen, könne sie sich auch schlängelnd fortbewegen. Diese ineinander übergehende Fortbewegungsweise zeigt, weshalb Echsen und Schlangen zur gleichen Ordnung der Schuppenkriechtiere zählen. 

Der Begriff Eidechse wird laut Medienmitteilung des Zoos im deutschen Sprachgebrauch nicht selten falsch verwendet. Leguane, Agamen, Skinke oder Gürtelechsen werden oft auch als Eidechsen bezeichnet. Jedoch sind diese Tiere alle eigene Familien in der Unterordnung der Echsen, welche über 4700 Arten fasst. Die Eidechsen sind auch eine eigene Familie mit ungefähr 270 Arten.

Die Eidechsen kommen nur in Europa, Asien und Afrika vor. Bei uns in der Schweiz kennen wir unter anderem die einheimische Zaun- und Mauereidechse. Diese Familie hat aber bisher noch kein Zuhause im Vivarium in Basel.

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