BVB
Einfach teurer zu werden ist zu billig

Die BVB begründen die Tarifänderungen im grenzüberschreitenden Tramverkehr mit der Gleichbehandlung aller Passagiere. Warum diese Schlussfolgerung falsch ist.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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GA und Halbtax sind auf der 8er-Strecke in Weil am Rhein bald nicht mehr gültig. (Archiv)

GA und Halbtax sind auf der 8er-Strecke in Weil am Rhein bald nicht mehr gültig. (Archiv)

Die BVB wollen nicht, dass die Passagiere der grenzüberschreitenden Linie 8 besser gestellt sind als die Nutzer anderer grenzüberschreitender öV-Linien in der Region. Das ist löblicher Gerechtigkeitssinn. Daraus folgert man am Claragraben, es sei sinnvoll, auch auf dem 8er das Halbtax und das GA ab der Grenze nicht mehr gelten zu lassen: Damit seien alle gleich behandelt. Und die Welt ein kleines bisschen gerechter.

Nun, diese Schlussfolgerung ist falsch. Die Privilegierten abzustrafen, damit es allen gleich schlecht geht, ist immer der verkehrte Weg. Ganz besonders aber in diesem Fall. Denn die Begründung, es ginge nicht anders, ist nachweislich falsch. Wenn es in Schaffhausen funktioniert – und das ist längst nicht das einzige Beispiel – dann ist es ja wohl auch in Basel zu schaffen.

Kompliziert könnte es auf Linien werden, wo gebietsfremde Anbieter auf dem Territorium eines anderen Anbieters herumfahren. Aber dass auch das geht, beweisen die BVB ja gleich selber. Und zwar in ihrer seit Jahrzehnten eingespielten Zusammenarbeit mit den BLT. Das System ist zwar haarsträubend aufwendig, aber nach mühsamem Auszählen jedes gefahrenen Meters und jedes eingenommenen Rappens im Nachbarkanton gibt es doch jedes Jahr am Ende eine Abrechnung, die aufgeht.

Das muss auch mit Anbietern möglich sein, die in Deutschland oder Frankreich beheimatet sind. Nach dem Motto: «Dass s’ Drämmli immer glyych düür wär, das wünscht sich unsre BVBär.»