Anschlag
Eingeschlagene Scheiben, versprayte Wände: Linksextreme greifen Basler Architekten an

Linksextreme haben einen Anschlag auf ein Basler Architekturbüro verübt, weil dieses im Auftrag des Bundes ein Asylzentrum in der Westschweiz baut.

Nicolas Drechsler
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Beim Architekturbüro gingen Scheiben zu Bruch.

Beim Architekturbüro gingen Scheiben zu Bruch.

Kenneth Nars

Die Serie von Anschlägen auf Bauunternehmen, Architekten und andere am Bau des Bundes-Asylzentrums in Basel flaut ab. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. Doch das dürfte für ein Basler Architekturbüro ein geringer Trost sein, dessen Scheiben zertrümmert und Fassaden besprayt wurden.

Das renommierte Architektenteam baut im Auftrag des Bundes ein Asylzentrum in der Westschweiz. Seinen Namen will man in diesem Zusammenhang nicht in den Medien lesen, zu gross die Angst, erneut Ziel eines linksextremen Anschlags zu werden.

Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen medialer Berichterstattung und Häufigkeit der Anschläge. «Es hat keine Änderung unserer Kommunikation gegeben» sagt er auch angesichts der rückläufigen Vorfälle rund um das Bässlergut. Es habe schlicht weniger Vorfälle in Basel-Stadt gegeben. In anderen Kantonen dagegen nehmen die Vorfälle dagegen offenbar zu.

Detailliert Buch geführt

Allerdings ist jede Berichterstattung ein kleiner Sieg für die Täter aus dem linksextremen Milieu. Diese haben in der Vergangenheit in Basel vor allem Firmenfahrzeuge zerstört oder angezündet. Und das hat die Staatsanwaltschaft jeweils kommuniziert. Eine eingeschlagene Scheibe oder eine versprayte Wand dagegen reiche nicht aus, um es ins Bulletin der Stawa zu schaffen, bestätigt Gill.

Dagegen führen die Vandalen auf ihren eigenen Blogs und in einschlägigen Internetforen detailliert Buch darüber, was wo bei wem zerstört wurde im Kampf gegen Asylzentren und Ausschaffungsgefängnisse.

Besonders für Aufsehen gesorgt hatte eine Aktion, bei der Adresslisten von involvierten Firmen und gar Privatadressen von Mitarbeitern veröffentlicht wurden, mit dem Aufruf, dort zu randalieren.

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