Bässlergut

Eingesperrt zwischen Betonwänden: Basel hat ein neues Gefängnis

Anfang 2020 ziehen die Insassen vom alten Gefängnis ins neue Bässlergut um.

78 Häftlinge werden demnächst im vierzig Millionen Franken teuren «Bässlergut II» untergebracht. Gestern Donnerstag wurde das Gebäude eröffnet – Sicherheitsdirektor Baschi Dürr stellte die Frage in den Raum: «Darf man so einen Anlass überhaupt feiern?» Die Antwort gab er sich gleich selbst: «Wir wollen nichts verstecken, das Gefängnis gehört nun mal zu unseren Aufgaben als Kanton.» Der Neubau entspricht den modernen Standards. Mit der Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus fallen für den Kanton diverse Provisorien weg. Ausserdem werden im Bässlergut künftig Strafvollzug und Ausschaffungshaft wieder getrennt geführt.

Nicht ohne Stolz führte Diego Studer, Leiter des Strafvollzugs im Bässlergut, schliesslich die Besucher durch das noch unbewohnte Gefängnis. Vom Besucherraum über die Werkstatt bis zum Fitnessraum. Die Inhaftierten sitzen hier ihre meist kurzen Strafen von einem halben bis zu einem ganzen Jahr ab. Anfang 2020 ziehen sie ein.

Neues Basler Bässlergut geht Anfang 2020 in Betrieb

Neues Basler Bässlergut geht Anfang 2020 in Betrieb

Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde der Erweiterungsbau des Gefängnisses Bässlergut in Basel fertiggestellt. Der Neubau bietet Platz für 78 Häftlinge und wird Anfang 2020 in Betrieb gehen.

Auf drei Stockwerken werden sie mehrheitlich in Einerzellen leben. Daneben gibt es sechs Zweierzellen. Die Räume sind simpel eingerichtet: Bett, Fernseher, Dusche, Toilette und Lavabo hinter einer schweren, dunkelgrauen Metalltüre. Jeweils von 17 bis 7.15 Uhr und zwischen 12.15 und 13.15 Uhr müssen die Männer in ihrer Zelle ausharren. «Die restliche Zeit über sind alle Zelltüren geöffnet, die Insassen können sich auf ihrer Station frei bewegen», erklärt Studer. Im Aufenthaltsraum steht ein Töggelikasten, ein kleiner Tisch und ein Wasserkocher bereit.

Während zweier Stunden pro Tag erhalten die Häftlinge Zugang zum Spazierhof. Wer etwas Grün erwartet hatte, wurde enttäuscht: Drei Höfe hat das Gefängnis, je einer pro Stockwerk. Beton und die Farbe Grau dominieren. Tageslicht dringt durch Gitter und Panzerglas ein. Ein Pingpong-Tisch, ein Fussballtor aus Metallstäben, Sitzmöglichkeiten – und ein fast freier Blick auf den Himmel. Studer erklärt: «Jeder Insasse muss im Regen stehen und den Himmel sehen können. Das ist ein Menschenrecht.»

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