Ein paar der grossen Aussteller ist offenbar der Kragen geplatzt. Sie haben sich bei der Baselworld über exzessive Aufschläge der Basler Hotellerie beschwert. Das bestätigte Felix Hauser, Präsident des Basler Hoteliervereins. «Einige im oberen Preissegment haben tatsächlich übertrieben», sagt er. Um welche Hotels es sich handle, wollte er nicht sagen.

Dass bei starker Nachfrage die Preise anziehen, sei mittlerweile weltweit üblich und werde bis zu einem gewissen Grad von der Kundschaft auch akzeptiert. «Wir haben von den Fluggesellschaften gelernt», sagt Hauser.

Auch «sein» Hotel, das Radisson Blu ist zur Zeit der Baselworld deftig teuer. «Vor der Baselworld lagen unsere Preise bei 400 Franken, jetzt sind sie bei 750 bis 800 Franken.»

Preisspirale nach oben?

Der Verband selbst kann zwischen den überschiessenden Hotels und den Ausstellern nur eine Vermittlerrolle spielen. «Wir verstehen den Ärger schon. Besonders dann, wenn ein Hotel Aufschläge vornimmt und es keinerlei Mehrwert für den Kunden gibt und die Qualität nicht stimmt. Wir befürchten auch eine Eigendynamik mit einer Preisspirale nach oben. Irgendwann schadet das dem Ruf der gesamten Hotellerie in Basel.»

Auch private Vermittler sind an die obere Grenze des Erträglichen gegangen.

Denkbar ist, dass einige der Kunden, die die Nase voll haben, Alternativen gefunden haben. Tatsächlich seien die letzten Zimmer in der zweiten, stets etwas schwächeren Hälfte der Baselworld, erst kürzlich ausverkauft worden.

Das mag auch mit den Hotels zusammenhängen, die erst vor kurzer Zeit fertiggestellt wurden, vielleicht aber auch mit dem Euro.

Weniger Reklamationen

Im Gegensatz zu den Preisbeanstandungen im Vorfeld scheinen die Reklamationen während der Messe abgenommen zu haben. Ombudsmann Urs Hitz, langjähriger Manager des Basler Hotel Hilton, will nicht in Details gehen. «Wir sind ein wenig wie ein Arzt, der auch keine Krankengeschichten ausplaudert.»

Die Ombudsstelle existiert seit rund 10 Jahren und wird vom Hotelierverein betrieben. Sie ist Anlaufstelle für Gäste, die Reklamationen haben und in ihrem Hotel nicht mehr weiter kommen. «In den meisten Fällen handelt es sich um Missverständnisse», sagt Hitz.

Und Mimi Wyss, Geschäftsführerin des Basler Hoteliervereins, ergänzt: «Man muss einfach schnell reagieren. Ich nehme zu Reklamationsgesprächen immer einen Entschuldigungsbrief und Champagner mit.»

Sie weiss aber auch, dass sie etwas für das gegenseitige Verständnis zwischen Hoteliers und Messe tun muss. So hat sie im Vorfeld der Baselworld einen Rundgang für die Hoteliers organisiert. «Das ist gut angekommen.»

Baselworld-Direktorin Sylvie Ritter bestätigte kürzlich, dass sich die Übernachtungsproblematik entschärft habe. Aber: «Die Hoteliers und Restaurateure müssen sensibel mit der Kundschaft umgehen, damit das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Einige Kunden haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass das nicht immer der Fall ist. Wir sind in diesen Fällen im Gespräch. Aber die Situation ist für uns noch nicht befriedigend.»