Basel

Einst das «Totehüsli», heute eine Kultur Bar

Die Bauarbeiten an der Elisabethenkapelle sind abgeschlossen. Am Donnerstagabend öffnete das «Zum Kuss» - eine neue Kultur Bar - die Tore. Das ehemalige Leichenhaus zeigt sich mit einem neuen Gesicht und lädt zum Verweilen ein.

Die Elisabethenanlage wirkt seit ihrer Umgestaltung 2008 offener und heller. Setzt man sich auf eine der zahlreichen Sitzgelegenheiten, ist auch wieder der Bahnhof ohne Probleme zu sehen. Dies war lange nicht so. Der Park war düster und dunkel.

In dieses Ambiente passt die gestern eröffnete Kultur Bar «Zum Kuss» perfekt. Der von Christ & Gantenbein Architekten geplante Umbau gibt dem ehemaligen Leichenhaus («Totehüsli») aus dem Jahre 1850 und der später daraus entstandenen Kapelle ein neues Gesicht.

Der Innenraum wirkt durch drei verschiedene Weisstöne hell und einladend. Für Liebhaber des Rums hält die Bar ein breites Angebot bereit. Geprägt wird das Gebäude durch ein über drei Meter grosses «zyklopisches Auge», wie es Architekt Emanuel Christ nennt. Dieses ermöglicht den Gästen im Innern einen weiten Blick in die grüne Anlage hinaus. Andererseits sollen die Passanten draussen in der Dunkelheit durch das Licht des Caffès durch das «Bullauge» angezogen werden.

Geringes Platzangebot

Die Verantwortlichen vom Kanton zeigen sich ab der Vollendung des Projekts begeistert. Für den Stadtgärtnerei-Leiter Emanuel Trueb ist die Kultur Bar «das Tüpfelchen auf dem i, das sich optimal in die neu gestaltete Elisabethenanlage einfügt». Die besondere Geschichte der Kapelle sowie das eher geringe Platzangebot in Küche und Lager fordern von Betreiber Markus Engeler viel Fantasie und Hingabe zur Bewältigung seiner neuen Aufgabe. Doch schon der Name «Zum Kuss» zeigt, dass er sich einiges überlegt hat. «Das Café soll den Park zu neuem Leben erwecken, quasi wachküssen.»

Auch Engelers Betriebskonzept weist auf eine sorgfältige Planung hin. Dieses sei auf die Lage im Park und vor dem Bahnhof ausgerichtet. Aber auf die Pendler hat es Engeler nicht abgesehen. «Für den Pendlerstress sind andere am Bahnhof besser ausgerüstet.» Der Standort in der Idylle spreche für sich. Engeler setzt neben einer «ausgesprochen guten Kaffeequalität» auf ein tägliches Mittagsmenü, das immer mit Kartoffeln zu tun hat. Dieses ist jeweils in der Vorwoche im Internet einsehbar.

Neue Kommunikation

Ab 17 Uhr ist die eigentliche Küche geschlossen, serviert werden nur noch Kleinigkeiten. «Dann verwandelt sich das Caffè in eine Bar.» Jeweils sonntags zwischen 10 und 14 Uhr gibt es einen Brunch mit Live-Musik im Pavillon. Auch kulturell möchte das «Zum Kuss» neue Wege gehen und verzichtet auf eine Beschallung. Als ebenfalls neu bezeichnet Engeler den Umgang seiner Angestellten mit den Gästen. Wie dieser genau aussehen soll, möchte er aber noch nicht verraten.

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