Im Grundsatz war sich der Riehener Einwohnerrat einig: In der letzten Baulücke entlang der Grendelgasse soll gebaut werden. Der Gemeinderat möchte das Land im Baurecht abgeben und nicht verkaufen. Für den gewünschten Bau von Genossenschaftshäusern bewarb sich die Bau- und Wohngenossenschaft Höflirain, die bereits die Zentrumsüberbauung im Niederholzquartier realisiert.

Ärzte, Anwälte und Banker?

Über den Inhalt des Baurechtsvertrags war das Dorfparlament uneins. Zentraler Stein des Anstosses war die im Vertrag veranschlagte Monatsmiete von je 3000 Franken für die sieben 5,5-Zimmer-Reiheneinfamilienhäuser mit Unterkellerung.

Für die Sachkommission Publikumsdienste, Behörden und Finanzen (SPBF) wie auch für die Fraktionen CVP/GLP, FDP und LDP ist es nicht Sache der Steuerzahlenden, Wohnraum in diesem Preissegment zu unterstützen. «Bei einem Mietzins von 3000 Franken wohnen Ärzte, Anwälte und Banker in diesen Häusern», kritisierte SPBF-Präsident Patrick Huber (CVP).

Die Reiheneinfamilienhäuser sind gemäss Gemeinderat für den Mittelstand geplant. Dieses Vorhaben unterstützten EVP und SP. Auch sei positiv, dass der Gemeinderat den Weg über einen Baurechtsvertrag wählte und das Land nicht an Private verkaufen will. «Damit wird der Boden der Spekulation entzogen», lobte Matthias Gysel (SP). Philipp Ponacz (EVP) ist überzeugt, dass bei einem Landverkauf die Preise viel höher würden. «Man muss bedenken, dass es sich um Wohnen mit Blick ins Grüne mit gut erschlossenem öffentlichen Verkehr handelt. Unter diesen Umständen ist der Mietzins in Ordnung.»

Alle Varianten geprüft

FDP, LDP und CVP/GLP forderten mit einer Rückweisung an den Gemeinderat ein Überdenken der ganzen Vorlage. Der Gemeinderat solle den Verkauf der Parzelle nochmals ins Auge fassen, forderte Priska Keller (CVP/GLP). Anstatt Reiheneinfamilienhäuser könne auch ein Mehrfamilienhaus oder normale Einfamilienhäuser angedacht werden. «Wir haben uns auch aus finanziellen Gründen für die Abgabe im Baurecht entschieden. Das spült einen jährlichen Baurechtszins von 48 000 Franken in die Gemeindekasse», erklärte Gemeinderat Christoph Bürgenmeier.

Die Mehrheit des Parlaments folgte dem Finanzchef und genehmigte mit Unterstützung der SVP, die den Mietzins für Riehen gemäss Eduard Rutschmann als «realistisch» empfindet, den Baurechtsvertrag und das Darlehen an die Genossenschaft Höflirain in der Höhe von 800 000 Franken. (tgf)