Der Name ist Programm, rund ein Kilometer über dem Rhein, ist es das ganze Jahr über heiss. Zwar scheint nicht das ganze Jahr die Sonne, aber fast pausenlos werden dort Pizza in den heissen Ofen geschoben und regelmässig bespricht Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel mit Wirt Edi einen heissen Fall. Er und sein Erfinder Hansjörg Schneider, beide wohnen gleich um die Ecke an der Mittleren Strasse.

Doch das ist längst nicht alles, das Sommereck hat noch einen anderen Trumpf. Im Garten sitzend, hat man zwar keine freie Sicht aufs Mittelmeer, dafür sieht man in die Innerschweiz, genauer auf den Vierwaldstättersee und den Schillerstein. Nein, das ist kein Witz, überzeugen Sie sich selbst.

Für Krimifan und Kunstliebhaber

Das Sommereck ist nicht nur ein Leckerbissen für den Gourmet, den Krimifan und den Tell-Verehrer, auch die Kunstliebhaber kommen auf ihre Rechnung. Heute wirtet im Sommereck Erkan Dogan. Es ist sozusagen ein Familienbetrieb, den er von seinem Cousin übernommen hat und in dem auch seine Mutter und seine 29 Monate alte Tochter Zerrin ein und aus gehen.

Mit zehn Jahren kam Erkan Dogan in die Schweiz, hat hier die Schule besucht und eine Kochlehre absolviert, ein Jahr im Braunen Mutz gearbeitet und die Barkeeper-Schule in Zürich besucht. Mit 21 Jahren hat er 2002 das Sommereck übernommen.

Erkan Dogan fühlt sich hier heimisch. Nur wegen seiner Tochter wohnt er in Allschwil, den Tag über verbringt er im Sommereck, das er als Quartierbeiz bezeichnet und er freut sich über die grosse Toleranz und Solidarität, die er und sein Team spüren. Niemand habe während der Fussballweltmeisterschaft reklamiert, selbst die Verlängerung mitsamt Penaltyschiessen konnten sie im Garten sehen.

Einige Kastanienbäume und ein Ahorn, sowie einige Büsche gegen die Nachbarliegenschaft sorgen für unterschiedliches Grün im Hof. Einen alten Brunnen aus Bruchsteinen, wie man sie aus alten Gärten kennt, will er bald wieder in Betrieb setzen, doch das Panorama ist der eigentliche Blickfang des lauschigen Hofes.

Zeitzeugen berichten, es sei von einem Flüchtling während des Krieges gemalt worden, andere sprechen von 1942 als dem Entstehungsjahr. Genaueres weiss man jedoch nicht. 1998 sollte es entfernt werden, worauf die Basler Denkmalpflege intervenierte, handelt es sich doch um eines der letzten Panoramen in einem Gartenrestaurant. Es wurde daraufhin von Gregor und Wendelin Mahrer sorgfältig restauriert, doch die nächste Sanierung ist überfällig.

Charme einer Kunsthalle

Erkan Dogan mag den Blick über den weiten Vierwaldstättersee, er gibt seinem Garten eine Grosszügigkeit. Überhaupt scheint er an Kunst interessiert, an der Hauswand hängt – sorgfältig eingerahmt – ein Plakat der Eröffnungsausstellung des Museum für Gegenwartskunst 1980, das ihm ein Freund schenkte. Der Charme des Gartens ist vergleichbar mit der Kunsthalle und es wäre dem Ort zu wünschen, dass die Basler Künstler es Hunkeler gleichtun und das Sommereck als Stammbeiz annektieren.