Das Eglisee hat einen Sommer mit grossen Umbauarbeiten hinter sich. Das Basler Erziehungsdepartement (ED) feierte sich vor der Eröffnung des neuen Hallenbads selbst. Regierungsrat Conradin Cramer mass der Traglufthalle historische Bedeutung zu. Auf diese Halle habe man jahrelang gewartet.

Weniger offensiv kommuniziert das ED die Probleme, die derzeit im Eglisee vorherrschen. Auf dem neuen Eisfeld liegt noch kein Eis – obwohl die Kunschti seit dieser Woche offen sein sollte.

Gemäss Simon Thiriet, Sprecher des zuständigen Erziehungsdepartements, seien die «milden Temperaturen» dafür zuständig. Deshalb stehen die Freizeit-Schlittschuhläufer abends im Eglisee vor verschlossenen Türen. Auf dem grösseren Feld, auf dem das Publikum tagsüber Schlittschuhlaufen kann, sind die Hockeyteams dann im Einsatz. Der Einzige, der sich derzeit auf dem neuen Feld aufhält, ist Eismeister Konrad Ramseyer. Er arbeitet mit Hochdruck daran, dass die Bahn geöffnet wird. Und greift dabei in die Eismeister-Trickkiste: Um die wärmenden Sonnenstrahlen abzuwenden, spritzt er Kreidemehl auf die Bahn. «Das habe ich seit 25 Jahren nicht mehr gemacht», sagt er, während er durch das Rund schreitet. Es ist für Ramseyer ohnehin das Jahr der Premieren. Noch nie hätten die Temperaturen dazu geführt, dass das Eglisee später öffnen musste. Er ist nun bereits seit 39 Jahren Eismeister.

Wochenende wird angepeilt

Überraschend kommen für ihn die Probleme bei der Eiszubereitung nicht. Grund für die Verzögerungen sind nämlich nicht nur die hohen Temperaturen, sondern auch die neue Eisanlage. Im Eglisee wurde vor drei Jahren die mit Ammoniak betriebene Kühlmaschine ersetzt. Ammoniak ist ein gefährliches Kühlgas, das bei modernen Eisbahnen nicht mehr benutzt wird.

Heute funktionieren die Eisfelder nach der Wasser-Glykol-Kältetechnik. Der Preis für die Umweltfreundlichkeit ist die verringerte Leistung. Bei einer Ammoniak-Kühlung konnten die Eisfelder mit Temperaturen von bis zu 25 Grad betrieben werden. Bei Wasser-Glykol gerät der Betrieb schon bei 15 Grad in Gefahr. Da nützt es auch nichts, dass Ramseyer die Kälteanlage auf Hochtouren laufen lässt. «Normalerweise reichen minus 5, aber jetzt sind wir bei minus 13 Grad», sagt er. Und selbst das reicht nicht für beide Eisfelder. Doch statt halbbatziger Eisqualität auf beiden Bahnen hat man sich entschieden, die Energie aufs Hauptfeld zu konzentrieren. Am Wochenende soll es endlich so weit sein – während die Hockeyspieler auf dem Hauptfeld ihre Matches spielen, sollen die Hobby-Schlittschuhläufer daneben ihre Runden drehen können. Doch bis dahin ist ein langer Weg. Ramseyer wirft einen bangen Blick auf das I-Phone. Die Wettervorhersage verheisst nichts Gutes. Erst am Sonntag soll es etwas kühler werden. Bis dahin steigt das Thermometer tagsüber auf beinahe 20 Grad. Egal. «Am Wochenende liegt hier Eis», sagt er trotzig.