Lotsen am Limit
Elend Markthallen-Baustelle: Jetzt wird der Hauptteil der Kreuzung ausgetauscht

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag tauschen die Basler Verkehrs-Betriebe den Hauptteil der maroden Markthallen-Kreuzung aus. Die Arbeiten sind im Zeitplan, die Lotsen und Verkehrsteilnehmer allerdings am Limit.

Andreas Schwald
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Markthallen-Kreuzung
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Verkehrsteilnehmer kommen aneinander vorbei – irgendwie. Und sie machen ihrem Ärger Luft.
Dieses Kernstück der Kreuzung wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ausgewechselt.
Blick vom Balkon der bz Basel auf die Kreuzung.

Markthallen-Kreuzung

bz Basel

Sie winken, sie rufen, sie pfeifen. Und dann schreien sie. Die Verkehrslotsen an der Markthallenkreuzung sind seit Wochen am Limit. Die Baustelle der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), die dort die Gleise sanieren, ist ein Verkehrsknoten gordischen Machwerks. Mit einer Baustelle mittendrin erst recht.

Seit August wird an der Kreuzung gearbeitet. Passanten und andere Verkehrsteilnehmer machen ihrem Frust ähnlich Luft wie die Verkehrslotsen in gelben Westen, gerne auch schriftlich. Auf der Facebook-Seite der bz Basel schreiben Nutzer über die ärgerlichen Umstände und von unfreundlichem Lotsenpersonal. "Katastrophal", "stressig", "Chaos", heisst es dort.

Rückmeldungen zu Lotsen werden ernstgenommen

Die BVB sind der Situation gewahr. "Wir haben verschiedentlich Feedbacks zum Einsatz der Verkehrslenker vor Ort erhalten", sagt denn auch Mediensprecher Benjamin Schmid. "Diese verrichten einen sehr anspruchsvollen Job in Mitten einer komplexen Baustelle und Kreuzung mit viel Verkehr." Die BVB stelle sehr hohe Ansprüche an die Sicherheit und nehme entsprechende Rückmeldungen sehr ernst: "Wir stehen dabei in engem Austausch mit der zuständigen Firma."

Lange dauert das aber nicht mehr. Tagsüber sind die Baumaschinen seit Freitag von der Baustelle verschwunden. Auftauchen werden sie nur noch nachts. Der Grund sind die "langen Nächte", in denen intensiv an den Gleisen gearbeitet werden. In der Nacht von heute Donnerstag auf Freitag wird laut Schmid der Hauptteil der Kreuzung ausgetauscht. Deshalb komme es ab 21 Uhr bis Betriebsbeginn wieder zu Änderungen im Fahrbetrieb.

In der Nacht von Montag, 1. Oktober, auf Dienstag, 2. Oktober, werden die letzten Kreuzungsteile ersetzt. Dann beginnen, abhängig von der Witterung, die Betonierarbeiten. Sämtliche Arbeiten befänden sich im Zeitplan, teilen die BVB mit, am 15. Oktober sollen sie abgeschlossen sein. Die betrieblichen Anpassungen bis dann haben die BVB in einem Flyer zusammengefasst.

Faktoren sprechen gegen eine Vollsperrung

Der Gleisersatz wurde unter Betrieb durchgeführt. Eine Vollsperrung hätte mehrere Tramlinien von wichtigen Verkehrsknoten abgeschnitten. Laut Schmid sind die BVB überzeugt, "unter den aktuellen Umständen und bei der betreffenden Lokalität die richtige Lösung für diese Baustelle getroffen zu haben." Fakt sei aber und bleibe: "Eine Baustelle bedeutet immer eine Belastung für unsere Fahrgäste, Anrainer, andere Verkehrsteilnehmende und nicht zuletzt die beteiligten und betroffenen Mitarbeitenden."

Weitere Gleiserneuerungsarbeiten sind derzeit auch an der Rosentalstrasse im Gang. Nächstes Jahr folgt dann ein weiterer grosser Einschnitt ins städtische Tramnetz: Die Gleise im Centralbahnplatz, einem der komplexesten Plätze in ganz Basel, werden dann ersetzt. Sie sind in einem sehr schlechten Zustand: Laut dem Netzzustandsbericht der BVB von 2017 ist ein Prozent des gesamten Schiennetzes in alarmierend schlechtem Zustand, weitere 16 sind in schlechtem Zustand.