Unsere kleine Stadt

Elisabeth Ackermann macht ihre Sache gut

Daniel Wiener: «Niemand kann mir sagen, was Elisabeth Ackermann (4.v.r.) in den letzten vier Jahren grundlegend falsch gemacht hat.»

Daniel Wiener: «Niemand kann mir sagen, was Elisabeth Ackermann (4.v.r.) in den letzten vier Jahren grundlegend falsch gemacht hat.»

Weil Hanspeter Wessels nicht mehr zur Wiederwahl antritt, hat er als Zielscheibe der Wutbürger und ihrer medialen Sprachrohre ausgedient. Jetzt ist Elisabeth Ackermann dran. Dies geschieht aus rein politischen Gründen, wie Peter Knechtli von «OnlineReports» zu Recht feststellte. Ihre zumeist männlichen Gegner sehen die Regierungspräsidentin als schwächstes Glied in der linksgrünen Viererkette der Basler Exekutive. Die Strategie ist allzu durchsichtig: Sie bezwecken, die Stimmberechtigten zu verunsichern, um die Grüne Amtsinhaberin in den zweiten Wahlgang zu drängen.

Niemand kann mir sagen, was Elisabeth Ackermann in den letzten vier Jahren grundlegend falsch gemacht hat. Zwar verspottet der betont dissidente, ehemalige SP-Grossrat und BaZ-Kolumnist Roland Stark die Regierungspräsidentin als «Leichtmatrose». Doch die Begründung dafür bleibt sein Geheimnis. Denn das Gegenteil ist wahr. Ihr Leistungsausweis kann sich sehen lassen. So ist unter ihr die Kantons- und Stadtentwicklung zum begehrten Partner anderer Fachämter und der Wirtschaft geworden. Etwa bei der Umsetzung der Wohnschutz-Initiativen oder bei der Innovation auf Industriebrachen wie dem Güterbahnhof Wolf. Das Standortmarketing hat die Marke Basel regional und weltweit spürbar gestärkt. Mit persönlichem Einsatz gelang es Elisabeth Ackermann, Kultur- und Museumsstrategien zu verabschieden und die Finanzen des Kunstmuseums zu stabilisieren. Sie gewann die Volksabstimmung für den Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs. Das rundum erneuerte Kultur- und Quartierzentrum Kaserne steht vor der Eröffnung. Und nicht zuletzt führt Ackermann die Regierung und leitet ihre wöchentlichen Sitzungen mit Umsicht und Fairness, wie ihr alle Beteiligten attestieren.

Und wie steht es um die Führungskrise am Historischen Museum (HMB)? Die Wahl des scheidenden Direktors muss die Regierungspräsidentin nicht verantworten. Das geschah vor ihrer Zeit. Im Sommer 2017 trat Marc Fehlmann sein Amt am HMB an. Wie aus seinem Wikipedia-Eintrag hervorgeht, war dies in 20 Jahren seine zehnte Stelle. Der Haussegen hing am Barfi von Anfang an schief. Wenn dem Präsidialdepartement etwas vorzuwerfen ist, dann allenfalls, zu viel Geduld mit Fehlmann gehabt zu haben. Hätte sich Elisabeth Ackermann nicht vom Direktor getrennt, würde ihr dies als Schwäche ausgelegt. Hätte Ackermann mit der Freistellung bis nach den Wahlen gewartet, würde sie als Opportunistin gebrandmarkt. Was die genauen Beweggründe der Entlassung sind, kann und darf in einem Arbeitsverhältnis nicht nach aussen dringen. Es ist deshalb unfair, wenn ein Journalist von «Ackermanns bestem Mann» spricht, den sie gehen lasse. Fehlmann beschreitet den Rechtsweg wohlweislich nur gegen seine Freistellung, die bei Kadern aber üblich ist. Er weiss, dass beim Staat ein Dossier, das zur Entlassung führt, besonders substanziell und solide sein muss.

Fazit: Elisabeth Ackermann ist entscheidungsstark. Sie hat eine Linie und verfolgt sie. Damit tut sie das, was wir von einer kompetenten Politikerin erwarten. Dank ihr wissen wir, dass das Präsidialdepartement keine Fehlkonstruktion ist (wie bz-Chef Patrick Marcolli mutmasst), sondern ein nützliches Glied der Basler Verwaltung. Das adrette Dauerlächeln einer Grüssaugustine, das manche Medien-Männer herbeiphantasieren, reicht nicht aus für diesen harten Job. Ich ziehe Ernsthaftigkeit und den glaubwürdigen, vorausschauenden Einsatz für das Gemeinwesen vor, wie ihn die Regierung unter Führung von Elisabeth Ackermann etwa in der Coronakrise zeigt.

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