Damit hat niemand gerechnet. Statt einer bürgerlichen Wende geriet der gestrige Wahlsonntag zur rot-grünen Machtdemonstration. Die grösste Überraschung: Die Grüne Elisabeth Ackermann schaffte bereits im ersten Wahlgang den Sprung in die Regierung. Und auch im Rennen um das Regierungspräsidium liegt sie klar vor dem bürgerlichen Kandidaten Baschi Dürr (FDP).

Dieser muss gar um seine Wiederwahl bangen. Dürr verpasste das Absolute Mehr ebenso wie sein bürgerlicher Mitstreiter Lorenz Nägelin. Der SVP-Kandidat blieb sogar hinter der überraschend starken Basta-Kandidatin Heidi Mück. Einziger Wermutstropfen auf linker Seite: Auch Hans-Peter Wessels (SP) muss nochmals in den Ring steigen. Der Bau- und Verkehrsdirektor blieb unter den 23'422 Stimmen, die für eine direkte Wahl nötig waren.

Bei einer vergleichsweise hohen Stimmbeteiligung von 44,2 Prozent schafften mit Eva Herzog, Christoph Brutschin (beide SP) sowie Lukas Engelberger (CVP) drei Bisherige die Wiederwahl. Neben Ackermann gelang auch LDP-Kandidat Conradin Cramer auf Anhieb der Sprung in die Regierung. Damit erbt er erwartungsgemäss den Sitz des abtretenden Erziehungsdirektors Christoph Eymann.

Damit sind erst fünf von den sieben Sitzen in der Regierung vergeben. Für die verbliebenen zwei Sitze werden beim zweiten Wahlgang vom 27. November aller Voraussicht nach das linke Lager mit Wessels und Mück gegen die Bürgerlichen Dürr und Nägelin antreten. Die Grünliberale Martina Bernasconi zog ihre Kandidatur am Sonntag zurück.

Rechtsrutsch blieb aus

Bei den Parlamentswahlen waren die Liberaldemokraten die grossen Gewinner. Sie konnten um 4 auf 14 Sitze zulegen und sind nun hinter der SP (34 Sitze, plus eins) und der SVP (unverändert 15 Sitze) die drittstärkste Kraft im Parlament. Der Rechtsrutsch blieb damit aus. Alle weiteren bürgerlichen Parteien mussten Federn lassen: Die FDP verlor zwei Sitze, die CVP einen. Die GLP schrumpft von fünf auf vier Mandate und verliert damit ihre Fraktionsstärke. Die EVP kommt trotz Listenverbindung mit der BDP nicht über ihren einen Sitz hinaus.

Komplett aus dem Grossen Rat geflogen ist die Volksaktion des Rechtspopulisten Eric Weber. Die SP dagegen holte das beste Resultat seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch das Grüne Bündnis konnte um einen Sitz zulegen. Damit bleibt es im Parlament bei einer Pattsituation. Das linke Lager zählt 48 Sitze, das bürgerliche ebenso. So kommt der GLP die Rolle als Zünglein an der Waage zu.



Das war der Wahlsonntag: