Nachruf

Ella Rehberg war Frau Fasnacht

Ella Rehberg zusammen mit Werner Muster, ebenfalls langjähriges Mitglied des Fasnachts-Comités.

Ella Rehberg zusammen mit Werner Muster, ebenfalls langjähriges Mitglied des Fasnachts-Comités.

Ella Rehberg, langjähriges Mitglied des Basler Fasnachts-Comités mit riesigem Herz und Engagement, ist tot.

Am letzten Montag, sieben Wochen vor dem Morgestraich, hat uns Ella Rehberg verlassen. In unzähligen heiteren Stunden hat uns Ella immer wieder mit tausend Anekdoten die Geschichte der Basler Fasnacht beschrieben. Aber, wenn mans genau nimmt, hat sie die Geschichte unserer Fasnacht eben auch mit geschrieben und geprägt.

Nach ihrer soliden kaufmännischen Ausbildung und einer Stage in England liess sie sich 1949 mit ihrem Herzblut für Basel freudig beim Verkehrsbüro anstellen, wo damals auch das Fasnachts-Comité untergebracht war. «Ich bi dr Sekretär, und Du machsch d Arbet» erklärte ihr der damalige Sekretär des Comités, Fritz Burckhardt. Das tat Ella mit Begeisterung und perfekt, auch als sich das Comité dann unter Peter Lotz selbstständig an der Hammerstrasse etablierte und Ella selber die Sekretärin wurde. «Dr Lotz und d Ella» waren über 20 Jahre das eingespielte Team.

Sie vermittelte und glättete

«Du machsch d Arbet» verstand Ella als Riesen-Engagement für unser einmaliges Brauchtum. Die Arbeit, immer im Hintergrund, bedeutete viel mehr als einfach Sekretariat. Ella vermittelte, glättete, zog Fäden, gab Auskunft, wachte auch gelegentlich über ein ordentliches Baseldeutsch, pflegte die Finanzen und die guten Beziehungen zu den Behörden. Zuerst in der kleinen, kalten Stube an der Hammerstrasse und später mit Felix Musfeld im Comité-Stübli am Imbergässli. Sie war nicht nur der ruhende Pol und die Netzwerkerin im Comité, sondern das liebenswerte und fröhliche Scharnier zu allen aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern. Kein Wunder, dass Ella für Generationen ganz einfach die «Frau Fasnacht» war. 1987 trat sie zurück, wurde Ehrenmitglied des Fasnachts-Comités und wurde zum unentbehrlichen guten Geist im Hintergrund, der immer mit Rat und Tat bereit stand.

Jetzt konnte sie sich aber auch mehr der Familie widmen, sorgte liebevoll für ihren Wölfli, den sie dann 2005 nach über 50 harmonischen Ehejahren verlor, und pflegte bis zuletzt den engen Kontakt mit ihrer Tochter Noëmi. Mit ihrer Familie teilen nun tausende Bebbi die Trauer. Wir wollten Ella oft ermuntern, ihre einzigartigen Erlebnisse aufzuschreiben. «Ich bi nit eso wichtig», sagte sie dann. Oh doch, sie war uns allen sehr wichtig und wertvoll. Jetzt hat sie die Anekdoten mitgenommen. Vielleicht ist auch das richtig und im Sinn der Frau Fasnacht, weil die Fasnacht ja eben vergänglich ist. Wir wünschen ihr, dass sie alle ihre Erlebnisse jetzt im Fasnachtsstübli hinter einer grossen Räppli-Wolke mit ihren Zeitgenossen teilen kann. Uns bleiben schöne Erinnerungen und ein grosses Dankeschön.

Felix Rudolf von Rohr, ehemaliger Obmann des Fasnachts-Comités

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