Herr Forster, 2007 ist die südelsässische Industrie- und Handelskammer in einer Studie zum Schluss gekommen, dass Sie Imageprobleme haben. Sogar die Elsässer gingen zum Essen nach Deutschland, weil sie überzeugt waren, dass dort das Preis-Leistungs-Verhältnis besser sei. Wie sieht das heute aus?

Patrick Forster: Die Situation hat sich geändert –, diese moderne Sage aber hält sich hartnäckig. Wenn Sie Restaurants auf gleichem gastronomischem Niveau vergleichen, haben wir heute die gleichen Preise; die Deutschen sind vielleicht sogar etwas teurer. Sie werden zudem Probleme bekommen, da in Deutschland die Arbeitszeiten reduziert werden. Früher waren sie erheblich länger als bei uns.

Aber bei einfachen Restaurants bleibt Deutschland sehr günstig.

Da können wir nicht mithalten, weil die Arbeit bei uns sehr teuer ist. Die Arbeitgeberabgaben sind sehr hoch. Bei gleichem Umsatz bleibt für uns weniger in der Kasse.

Und wie sieht es im Vergleich zur Schweiz aus?

Das Lebensniveau in der Schweiz ist erheblich höher und die Gehälter sind dem angepasst. Das ist ähnlich wie bei uns in Paris. Ich habe früher auch in der Schweiz eingekauft. Heute ist das schwierig wegen des Wechselkurses. Ins Restaurant gehe ich vielleicht noch dreimal im Jahr in die Schweiz.

Wie geht es denn Ihren Beizern?

Besser als die letzten Jahre. Die Regierung hält sich bei der Besteuerung der Grenzgänger zurück, die unsere Kunden sind, und ausserdem haben wir natürlich ein verstärktes Interesse von Schweizern gespürt, seitdem der Franken gegenüber dem Euro so stark ist. Allerdings wurde die Mehrwertsteuer, die auf 5,5 Prozent gesenkt worden war, erst wieder auf 7 Prozent und nun auf 10 Prozent erhöht. Alkoholische Getränke werden mit 20 Prozent besteuert.

Finden Sie leicht Personal?

Das ist ein grosses Problem. Die Arbeitsbedingungen sind schwierig, die Arbeitszeiten unattraktiv, das Familienleben leidet. Zudem können wir keine hohen Löhne bieten, selbst, wenn wir uns bemühen. Die guten Arbeitskräfte, die Deutsch können, gehen weg in die Schweiz, wo sie viel besser verdienen. Ausserdem werfen uns die deutschen und Schweizer Kunden oft vor, dass unser Personal kein Deutsch spricht.

Wie ist Ihre Aktion Regio Gourmet angelaufen, bei der Sie zwei umfangreiche Menus mit Getränken für einen Festpreis anbieten?

Allgemein hat das Interesse daran nachgelassen. Seit letztem Jahr haben die Schweizer die Aktion aber wieder entdeckt. Sie stellen 10 bis 15 Prozent der Kunden. Das Angebot muss wirklich qualitativ interessant sein. Wir haben deshalb die Ansprüche erhöht und die Zahl der teilnehmenden Restaurants die letzten Jahre beständig reduziert.