Umbau

Elsässertor bedroht: Fällt das erste Gebäude von Herzog & de Meuron in Basel?

Beim Bahnhof befindet sich das Elsässertor mit der auffälligen Glasfront – es steht einem neuen Bahnhofszugang im Weg.

Beim Bahnhof befindet sich das Elsässertor mit der auffälligen Glasfront – es steht einem neuen Bahnhofszugang im Weg.

Rund um den Bahnhof SBB bleibt in den kommenden Jahren kaum ein Stein auf dem anderem. Unter anderem plant Basel-Stadt auch einen neuen Zugang zum Bahnhof SBB – doch das Elsässertor steht im Weg.

Beim Bahnhof SBB ist ein grösserer Umbau geplant. Nicht alle Passagiere sollen sich künftig durch den Eingang beim Centralbahnplatz über die Passerelle zwängen. Das Konzept, das diese Woche in die Vernehmlassung geschickt wurde, sieht unter anderem einen Zugang vom geplanten Markthallenplatz vor, der den Centralbahnplatz entlasten soll. Das Problem: Es steht ein Gebäude der namhaftesten Architekten Basels im Weg. Das Elsässertor mit der markanten Glasfront, entworfen von Herzog & de Meuron (HdM). «Der Zugang von dieser Seite ist nun mal logistisch ideal», sagt Susanne Fischer von der Abteilung Raumentwicklung beim Bau- und Verkehrsdepartement.

Das Departement hat drei Varianten entworfen. Nur bei einer wäre das Elsässertor nicht betroffen. «Der Zugang kann zwischen dem Westflügel des Bahnhofsgebäudes und dem Elsässertor zu liegen kommen», heisst es im Konzept. Unklar ist aber, ob der Platz hierfür reicht. Fischer räumt ein, dass es zwischen Elsässerbahn, dessen Dach unter Denkmalschutz steht, und Elsässertor «ziemlich eng» sei. Deswegen wird diskutiert, den neuen Bahnhofszugang in das HdM-Gebäude zu integrieren, was einen Umbau zur Folge hätte.

Herzog & de Meuron weiss nichts von den Plänen

Zu prüfen ist gemäss Konzept aber auch «der Abriss» des Gebäudes. Damit würde Handlungsspielraum im Bereich des Markthallenplatzes geschaffen. Eine Parkierungsanlage im Untergeschoss des Elsässertors könnte den Bahnhof SBB mit dem Erdbeergraben verbinden. Damit könnte der Markthallenplatz möglichst frei vom motorisierten Individualverkehr gehalten werden, heisst es. Die Idee eines gänzlich autofreien Markthallenplatzes sei indes geprüft, aber verworfen worden.

Die «weiterführende Planung» erfolge aber erst 2035. Die Diskussion, ob ein HdM-Gebäude dem Bahnhofsumbau zum Opfer fallen wird, hält Susanne Fischer deshalb noch für «verfrüht». Vielleicht bewusst: Es wäre das erste Mal, dass ein Basler HdM-Bau der Abrissbirne zum Opfer fällt. Fischer sagt: «Wir haben uns beim Entwicklungskonzept nicht von Architekturfragen leiten lassen, sondern von logistischen Überlegungen in Bezug auf den Bahnhofszugang.» Herzog & de Meuron seien nicht in die möglichen Abrisspläne eingeweiht worden. Denn: Ansprechpartner hierfür wäre der Grundeigentümer und nicht die Architekten. HdM war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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