Basel
Em Bebby sy Jazz füllt die Gassen wie an der Fasnacht

Die 31. Ausgabe von «Em Bebbi sy Jazz» sorgte für Trubel in der Basler Innenstadt.

Tumasch Clalüna
Merken
Drucken
Teilen
Die Bänke waren auch bei den Jeepers-Creepers auf dem Peterskirchplatz bis auf den letzten Platz gefüllt.
9 Bilder
Die Saxophon Band Gleis 4 im Hof des Pharmaziemuseums.
Peter Knechtli und Band im Stadthaushof.
Latin VCibes auf dem Andreasplatz.
Tänzer auf dem Marktplatz zur Musik der Stadtmusik Basel Big Band.
Em Bebbi sy Jazz 2014
Latin VCibes auf dem Andreasplatz.
Die United Old Stars Bebbi Section Street Band beim Rümelinsplatz.
Dixie Surprise vor dem Hotel Basel.

Die Bänke waren auch bei den Jeepers-Creepers auf dem Peterskirchplatz bis auf den letzten Platz gefüllt.

Martin Töngi

Die Veranstalter müssen wahrlich einen guten Draht nach oben haben: Just für das grosse Basler Jazzfest klarte der Himmel auf.

Wer am frühen Abend Richtung Schneidergasse zieht, wird schon beim Parkhaus Storchen mit Klängen aus dem Süden der USA begrüsst. Auf dem Platz oberhalb der Treppe spielen «The Voyageurs» (mit Pink Pedrazzi) soliden Southern-Blues. Das Publikum sitzt auf Festbänken und geniesst die Stimmung.

Wenig weiter, im Innenhof des Stadthauses, sitzt man an gedeckten Tischen – eher mit Cüpli und einer Flasche Wein – und lauscht der «Tympanic» Jazzband. Vom Marktplatz dagegen schallt die SMB Big Band und der Band Leader wünscht sich Ruhe, auch von den Trams. Währenddessen irren einige Gäste noch auf der Suche nach der Streetband-Parade herum.

So voll wie an der Fasnacht

Die letzte Formation gibt gerade noch ein Platzkonzert in der Hutgasse. Und ab dort sind die Gassen voll wie an der Fasnacht. In der Gerbergasse ist kein Durchkommen. Eine Traube von tanzenden Menschen jubeln «Dominic Ferns and the Session Brothers» zu, weil sie gerade «Everybody» von den Blues Brothers anstimmen. Nicht nur leichte Nostalgie kommt auf.

Der Rundgang durchs Dreieck Marktplatz - Spalenberg - Leonhardskirche ist ein Streifzug durch die vielfältige Geschichte der Jazzmusik, begleitet von hochkarätigen Interpreten und ihren Bewunderern – und das im Ambiente einer Altstadt mit schönen Innenhöfen. In einem davon, im Haus zum grünen Helm, hat neu der Nachwuchs seine Bühne.

Studenten der Jazzschule Basel zeigen, wohin sich der Jazz entwickelt hat, während gegenüber im Löwenzorn und im Sperber die alte Garde zu Werke geht. Später am Abend spielt gar noch das «Barbara Dennerlein Duo», mit einem internationalen Star an der Hammondorgel.

Ein Festival im Wandel

Diese Vielfalt und der Reichtum an Erfahrungen, der sich an einem Abend vereinigt, macht «Em Bebbi sy Jazz» einzigartig. Und die neue Leitung sorgt dafür, dass das Festival sich wandelt und damit vielleicht bald nicht mehr nur einen ausführlichen Streifzug durch Vergangenes bietet, sondern auch einen vertieften Einblick in die Gegenwart der Jazzmusik.