Euro-Airport

Ende des Wachstums nicht abzusehen: Die Zehn-Millionen-Grenze wird geknackt

Die Abflughalle des Euro-Airport. Bei der Ankunft gibt es noch viel zu modernisieren. In nächster Zeit will der Flughafen 40 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur investieren.

Die Abflughalle des Euro-Airport. Bei der Ankunft gibt es noch viel zu modernisieren. In nächster Zeit will der Flughafen 40 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur investieren.

Bis 2025 soll die Zahl der Fluggäste auf dem Euro-Airport um weitere 25 Prozent steigen. Dann werden rund zehn Millionen Passagiere über den binationalen Flughafen reisen. Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen.

Seit Jahren wächst der Euro-Airport (EAP) – und ein Ende ist nicht abzusehen. Bis 2022 sollen die Passagierzahlen von derzeit 7,9 Millionen auf fast neun Millionen steigen, im Jahr 2025 sogar auf zehn Millionen. Das wäre eine Zunahme um 25 Prozent. Und dies, obwohl der geplante Bahnanschluss dann noch gar nicht fertiggestellt ist. Durch die bessere Erreichbarkeit dürften die Passagierzahlen weiter steigen.

Brief an Premierminister

Die Prognose von zehn Millionen Fluggästen stammt aus einem Brief, den die Gebietskörperschaft Grand Est und die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn an den französischen Premierminister Edouard Philippe geschickt haben. Die Absender versuchen darin, ihn von der Wichtigkeit des Bahnanschlusses zu überzeugen. Anlass war, dass das Projekt in einem Infrastrukturbericht zur Finanzierung französischer Bahnvorhaben der nächsten 20 Jahre als nicht prioritär eingestuft wurde.

Die Zahl von fast neun Millionen Passagieren nannte Brigitte Klinkert, Präsidentin des Departements Haut-Rhin, in ihrem Brief für die Finanzierung des Bahnanschluss an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die Prognose der zehn Millionen stammt von der Region Grand Est, wo die zuständige Person nicht erreichbar war. Von Basler Seite hat Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), den Brief unterzeichnet. BVD-Mediensprecher Marc Keller teilt mit: «Die Zahl scheint uns plausibel, da Easyjet offenbar weitere Destinationen bedienen wird.» Er betont, dass die Prognose nichts mit dem Bahnanschluss zu tun habe. «Sie unterstreicht aber seine Wünschbarkeit.»

Beim aufmerksamen Lesen des Briefs stösst man auf mehrere neue Informationen. So werden bei der Inbetriebnahme des Bahnanschlusses jährlich sechs Millionen Nutzer erwartet. Als Bauzeit wird 2022 bis 2027 angegeben, sie verschiebt sich also um zwei Jahre gegenüber der bisherigen Planung. Neu ist auch, dass bereits eine EU-Co-Finanzierung in Höhe von 20 Prozent der Kosten zugesagt wurde. Die Voraussetzung dafür, dass EU-Gelder fliessen, ist allerdings, dass die Franzosen mitfinanzieren. Der Bund hat bereits Gelder dafür zurückgestellt. Die Kosten werden derzeit auf 260 Millionen Franken geschätzt.

Nur eine Stunde von Strassburg

Der Bahnschluss soll auf sechs Kilometern parallel zur Bahnlinie Basel – Mulhouse laufen und direkt zum Terminal des EAP führen. Geplant sind pro Stunde sechs S-Bahnen von und nach Basel sowie vier elsässische Regionalzüge. Insbesondere die direkte Anbindung der Europastadt Strassburg in weniger als einer Stunde dürfte die Passagierzahlen des EAP weiter in die Höhe treiben. Strassburg selber hat nur einen kleinen Flughafen mit wenigen Destinationen.

Schon heute ist klar, dass die Infrastruktur des EAP nicht mehr ausreicht und ein Ausbau nötig wird. Auf der Jahresmedienkonferenz im Januar kündigte Flughafen-Direktor Matthias Suhr ein Investitionsprojekt an, das im Verwaltungsrat diskutiert werde. Entscheide sind noch nicht gefallen. «Im Fokus stehen die Steigerung der Servicequalität, die Optimierung der Infrastruktur sowie die Berücksichtigung der Umweltverträglichkeit», teilt EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell mit. Das Ganze ist komplex: Der EAP ist stark unter Druck gekommen wegen der Zunahme der Nachtflüge nach 23 Uhr.

Kurzfristig sind Investitionen von 40 Millionen Euro vorgesehen, um die Qualität der Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Bei der Gepäckausgabe im zweiten Stock sind Renovierungsarbeiten geplant, die im Juni oder September beginnen und 2,4 Millionen Euro kosten.

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