Neubau

Endlich genug Mieter: Werkarena des Basler Gewerbes kann starten

Für geschätzte 200 bis 400 Arbeitsplätze soll die Werkarena Platz bieten. (zvg)

Für geschätzte 200 bis 400 Arbeitsplätze soll die Werkarena Platz bieten. (zvg)

Dank der erreichten Mindestanzahl abgeschlossener Mietverträge und einem neuen Investor kann der Bau der Werkarena starten.

Seit Jahren schweben die Pläne der Steiner AG für die Werkarena in der Luft. Doch fehlende Zusagen interessierter Mieter verzögerten den Baustart des Gewerbehauses. Jetzt können die Baumaschinen an der Neudorfstrasse im Lysbüchel-Areal jedoch vorfahren; die «magische Grenze» an Mietern sei erreicht.

Die Bauherren haben seit Mitte 2018 eine Baubewilligung. Am 19. September dieses Jahres gaben sie grünes Licht. Nur eine Woche nach der Freigabe ist der Aushub der Baugrube für die Werkarena gestartet. Dieser sei voraussichtlich Anfang Dezember abgeschlossen, sodass noch vor Ende des Jahres mit den effektiven Bauarbeiten begonnen werden könne.

Ausschlaggebend, dass mit dem Bau tatsächlich gestartet wurde, sei der Prozentsatz fix vermieteter Fläche gewesen. Simon Nägeli, Sprecher der Steiner AG, erwähnte diesen Grenzwert schon vor rund zwei Jahren: «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir bei einem Vermietungsstand von dreissig Prozent die Realisierung starten können», sagte der Liegenschaftsentwickler damals gegenüber der bz. Nun bestätigt Steiner-Mediensprecher Andreas Gurtner, dass inzwischen rund ein Drittel der verfügbaren Fläche vermietet sei. Zudem gebe es weitere Interessenten aus den Bereichen Life Science, Spedition sowie Informations- und Kommunikationstechnik.

Finanzspritze durch Schwyzer Unternehmen

Nebst Baufreigabe und genügend Mietern war noch ein anderer Faktor entscheidend. Das Zürcher Bauunternehmen war bei der Suche nach einem geeigneten Investor fündig geworden. Es handelt sich dabei um die vor knapp vier Monaten gegründete Aktiengesellschaft PA Real Estate AG. Sie stammt aus dem Kanton Schwyz und ist ein Ableger des Finanzdienstleisters Picard Angst. Sie beteiligte sich zur Hälfte an der erst kürzlich erfolgten Gründung der Werkarena AG, wie aus Unterlagen des Handelsregisters hervorgeht.

Die neue Werkarena AG wurde von Steiner und PA Real Estate mit einem Aktienkapital von einer Million Franken ausgestattet. Gleichzeitig übertrug Steiner der Firma das Vorprojekt samt Baurecht im Wert von 4,5 Millionen Franken.

Von der ursprünglichen Idee abgekommen

Der Grundgedanke des Projekts sah zu Beginn anders aus. So wollten die Immobilien Basel-Stadt und der Gewerbeverband ursprünglich Gewerbetreibende als Investoren finden. Das Projekt auf dem Lysbüchel-Areal sollte sozusagen «vom Gewerbe fürs Gewerbe» sein. Als sich dieses Vorhaben als nicht realisierbar herausstellte, machte man sich auf die Suche nach einem Projektentwickler, der nun einen jährlichen Baurechtszins von 215'000 Franken zu zahlen hat.

Die Steiner AG nahm sich dem 60-Millionen-Projekt an und teilte mit, das Haus «zu einem geeigneten Zeitpunkt» an einen Endinvestor übertragen zu wollen. Ob jener mit der PA Real Estate nun gefunden ist, kommentierte Steiner-Mediensprecher Gurtner nicht.

In rund zwei Jahren soll das Gewerbe einziehen können

Nachdem der Bau endlich gestartet ist, rechnet die Steiner AG mit einer Mieterübergabe per August 2021. Dann beginne der Innenausbau, der Ende des gleichen Jahres fertiggestellt sein soll. In der Zwischenzeit werde versucht, Mietverträge für die verbleibende Gewerbefläche abzuschliessen.

Die Werkarena soll mit einer Fläche von rund 20'000 Quadratmetern Raum für 200 bis 400 Arbeitsplätze schaffen. Plangemäss sei es nach einer Konzeptänderung gelungen, auch kleinere Firmen anzulocken, sagt Gurtner. Für die Investoren soll die Rechnung aufgehen. Erwartet werden jährlich Mieteinnahmen in Höhe von 3,3 Millionen Franken.

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