Basler Pop-Preis

Endlich ist es soweit: heute wird der Gewinner des Basler Pop-Preises gekürt

Wer gewinnt den Publikumspreis des diesjährigen Basler Pop-Preises? Erstmals konnte dieses Jahr auf der Homepage der bz für den Sieger gevotet werden.

Wer gewinnt den Publikumspreis des diesjährigen Basler Pop-Preises? Erstmals konnte dieses Jahr auf der Homepage der bz für den Sieger gevotet werden.

Von langjährigen Musikschaffenden bis zu jungen, gut vernetzten Bands: Die Nominierten des fünften Basler Pop-Preises sind sehr unterschiedlich. Zur Auswahl stehen We Invented Paris, Sheila She Loves You, Pink Pedrazzi, James Gruntz und Black Tiger

Zum fünften Mal wird der Basler Pop-Preis heute Abend in der Kaserne verliehen. Die Sieger reihen sich in eine Liste von Künstlern ein, die regional viel erreicht haben und einen Stammplatz in der hiesigen Musikszene haben. Die einzige Ausnahme sind die letztjährigen Gewinner Slag In Cullet. Sie spielten am vergangenen Jugendkulturfestival ihr letztes Konzert.

Die bisherigen Preisträger bieten einen guten Überblick über das vielfältige und abwechslungsreiche Musikschaffen in der Region: 2011 gewann die Singer/Songwriterin Anna Aaron – und wurde gleichzeitig mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Im Jahr zuvor setzte sich The Bianca Story mit Pop durch, der Publikumspreis ging an die Rap-Formation Brandhärd. Der erste Basler Pop-Preis sicherte sich 2009 die Alternative-Band Navel und die Poplokalmatadoren von Lovebugs standen am höchsten in der Gunst des Publikums.

Für die Wahl des Gewinners sei das Potenzial der Nominierten für die Zukunft wichtig. «Ein gewisses Risiko schwingt bei diesem Konzept natürlich mit», sagt der RFV-Geschäftsführer Tobit Schäfer.

Von vier ausgezeichneten Bands habe mit Slug in Cullet dieses Jahr erst eine Band aufgelöst. «Die drei anderen Gewinner haben grossen Erfolg.» Navel spielte am letzten Paléo Festival, Anna Aaron veröffentlichte vor einigen Tagen eine neue Single, das Album folgt im Februar. Und The Bianca Story haben über die Crowdfundingseite «We Make It» 110'000 Franken für die Produktion ihres neuen Albums gesammelt. «Gerade das Beispiel von The Bianca Story zeigt, dass man von Fans und Fachleuten gleichermassen beachtet werden kann», sagt Schäfer.

Nominierte sind Bekannte

Dass jeweils bereits renommierte Künstler ausgezeichnet werden, hat System: Der RVF, der den Pop-Preis vergibt, will sich in diesem Rahmen nicht dem Nachwuchs widmen. «Spitzenförderung» ist das Ziel des Preises, der mit 15'000 Franken Preisgeld dotiert ist. «Natürlich bezieht die Jury die bisherige Leistung der Nominierten in ihre Wertung mit ein», sagt Schäfer.

Die Auszeichnung soll ein Türöffner für weitere nationale und internationale Erfolge sein. «Der Pop-Preis ist in erster Linie ein Förderpreis.» Das Genre der Nominierten spiele dabei keine explizite Rolle. «Die Musik unterliegt immer zyklischen Strömungen, daher kommt es vor, dass die Genres implizit unterschiedlich stark vertreten sind», sagt Schäfer.

Die Liste der diesjährigen Nominierten liest sich wie ein Querschnitt aus dem «Who-is-Who» der Basler Musikszene. Das Indie-Pop-Künstler-Kollektiv We Invented Paris um Flavian Graber gewann letztes Jahr den Publikumspreis. Das musikalische Multitalent James Gruntz ist bereits zum vierten Mal nominiert. Black Tiger, der mit seinem Album «Murder by Dialect» 1992 als Erster mit Basler Dialekt reimte, gehört wie der Singer/ Songwriter Pink Pedrazzi zu den älteren Vertretern der lokalen Musikszene.

Pedrazzi hat in diesem Jahr nach 30 Jahren im Geschäft sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Ebenfalls nominiert ist das Indie-Quintett Sheila She Loves You. «Man kann immer wieder nominiert werden für den Preis», sagt Schäfer. Er fände es toll, dass die Bands bereits die Nominierung als Anerkennung sähen.

Zudem seien die bisherigen Gewinner nicht von anderen Wettbewerben ausgeschlossen. «Jeder bisherige Sieger kann den Pop-Preis nochmals gewinnen», sagt Schäfer.

Publikumsvoting via bz

Mit der Entwicklung der Musikszene ist Schäfer zufrieden. Viele Basler Bands seien mittlerweile national und international unterwegs. «Dies ist auch dem RVF Basel mit seiner national einzigartigen Förderung zu verdanken.»

Eine Neuerung gab es dieses Jahr beim nicht dotierten Publikumspreis: Dieser wurde zum ersten Mal mittels Voting auf der Homepage der bz ermittelt.

Der Pop-Preis hingegen wird wie jedes Jahr von einer fünfköpfigen Fachjury im Auftrag des RVF vergeben. Eine Bewerbung war nicht möglich. Die Jury setzt sich wie folgt zusammen: Radio-Musikredaktor Christoph Alispach, Produzent und Musiker Thomas Fessler, der Programmverantwortliche des legendären freiburgischen Musikclubs Bad Bonn, Daniel Fontana, Musikjournalist Nick Joyce und Musik-Allrounder Jean Zuber.

Meistgesehen

Artboard 1