Überraschend ist die Nachricht nicht, doch sie sorgt für endgültige Klarheit: Lukas Engelberger (CVP) und Baschi Dürr (FDP) wollen weiterhin im Regierungsrat bleiben. Das teilen ihre jeweiligen Parteien mit. Die Parteileitungen schlagen die beiden den Parteiversammlungen zur Wiederwahl vor. Das dürfte eine reine Formalität werden.

Die Mitteilung folgt einen Tag, nachdem die linken Parteien angekündigt hatten, sie würden mit fünf Kandidatinnen und Kandidaten, darunter die drei Bisherigen der SP, versuchen, ihre Mehrheit in der Exekutive auszubauen. Eine Ankündigung, die bei den Bürgerlichen zu teils erbosten Reaktionen geführt hatte. «Machtgierig», «arrogant» und «völlig überrissen» waren da noch die netteren Umschreibungen dessen, was die links-grünen aus ihrer Warte als «gesundes Selbstvertrauen» beschrieben hatten.

Präsidium bleibt offene Frage

Aber auch die bürgerlichen Ankündigungen sorgen nicht für eine klare Ausgangslage. Noch nicht. Denn dass Dürr und Engelberger, die beide erst kurze Zeit im Amt sind, noch einmal antreten würden, daran hatte niemand ernsthaft gezweifelt.

Eher überraschend kommt dagegen die relativ klare Ansage der FDP, Dürr wolle im Sicherheitsdepartement bleiben. Das würde bedeuten, dass er sich nicht für den Kampf um das Regierungspräsidium zur Verfügung stellen wird. Bei der CVP ist dagegen nicht zu erfahren, ob Engelberger es sich allenfalls vorstellen könnte, sein Departement zu verlassen und ins Rathaus zu wechseln.

Der Frage nach der Regierungspräsidentenwahl hatten sich am Vortag auch SP, Grüne und Basta nicht stellen wollen. Sie wollen zwar fünf Sitze und klar auch den Präsidententhron. Aber wer sich für das Amt bewerben soll, diese Frage blieb genauso unbeantwortet wie jene, wer denn konkret für Grüne und Basta kandidieren werde.

Knackpunkt Viererliste

Doch auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums gibt es noch Fragen zu beantworten. Vor allem jene, ob die Bürgerlichen sich auf eine gemeinsame Liste mit der SVP einigen können. Die CVP-Parteileitung kündigt an, sie werde «der Parteibasis die Genehmigung eines Vierertickets zusammen mit den andern bürgerlichen Parteien empfehlen.» Das war bis anhin bei den Christdemokraten immer ein sehr umstrittener Punkt. Vor allem, wenn nach wie vor nicht bekannt ist, mit wem die SVP in den Ring zu steigen gedenkt. Mit einigen der herumgebotenen Kandidaten könnten wohl auch CVP-Anhänger leben, insbesondere mit den Grossräten Lorenz Nägelin und Patrick Hafner.

Auch bei der LDP ist noch nicht bekannt, wer die Nachfolge von Christoph Eymann antreten soll. Hier scheint hinter den Kulissen ein ordentliches Seilziehen im Gange zu sein. Die Namen, die am meisten genannt werden, sind seit Wochen die Selben: die Grossräte Conradin Cramer und Patrizia von Falkenstein.

Nach einer Medienkonferenz und zwei Medienmitteilungen innert 24 Stunden ist der Erkenntnisgewinn also: Ja, alle fünf Bisherigen wollen wieder gewählt werden. Und nein, um das Präsidium reisst sich niemand..