Es war ein Bilderbuchbeispiel für den «Deal», für das sogenannt abgekürzte Verfahren: eine kurze Gerichtsverhandlung, keine bohrenden Fragen, keine peinlichen Details. Im Gegenzug hatte der 67-Jährige ein Geständnis abgelegt und kam mit einem Schuldspruch wegen Betruges, einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie relativ überschaubaren Verfahrenskosten von rund 4000 Franken davon.

Die Geschichte begann vor knapp drei Jahren: Seine neue Freundin erzählte von ihrem Freizügigkeitsguthaben aus einer früheren Scheidung, konkret schlummerten rund 160'000 blockierte Franken vor sich hin. Die zündende Idee kam dem Mann bald: Sie solle ihren Wohnsitz ins grenznahe Deutschland verlegen und sich das normalerweise gesperrte Guthaben so wegen des Wegzugs in das Ausland auszahlen lassen.

Dann überzeugt der Mann die Frau aber auch noch, das gesamte Geld in bar doch besser abzuheben und gleich auf sein Konto einzuzahlen, was diese auch prompt tat. Dabei füllte man gar eine handschriftliche «Schenkungsbestätigung» aus. Ob die Frau Angst hatte, dass die Sozialhilfe das Geld anrechnen wird, wurde vor Gericht nicht ganz klar. Die Frau blieb der Verhandlung fern und hatte auch kein Verfahren am Hals.

Das Hauptproblem bestand schliesslich darin, dass das Altersguthaben der Frau in gänzlich ungeeignete Bereiche floss: Der Mann investierte die Summen in nächtliche Besuche im Basler Milieu, konkret im Roten Kater, Moulin Rouge, Red Rose und dem Hotel White Horse. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft erwähnt eher diskret den Getränkekonsum sowie «weitere Dienstleistungen». Das Geld reicht keine zweieinhalb Jahre und ist nun futsch.

Im Februar erstattete die Frau Strafanzeige, der Mann verbrachte einen halben Tag in Polizeigewahrsam. Allerdings hatte der Mann seiner Freundin im Verlaufe der Beziehung insgesamt rund 10'000 Franken bereits übergeben, womit die Schuld noch rund 150'000 Franken beträgt.

Forderung anerkannt

Eine Voraussetzung für das abgekürzte Verfahren ist, dass die Zivilforderungen zumindest im Grundsatz geregelt sein müssen. Der Rentner plante nach der Anzeige, jeweils 100 Franken pro Monat an seine Exfreundin zurückzuzahlen. «Ja, das habe ich so vor», bestätigte er vor Gericht. Damit begonnen hat er allerdings noch nicht. Er ist bereits hoch verschuldet.

Gerichtspräsident Marc Oser betonte, im abgekürzten Verfahren prüft das Gericht lediglich, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist und die Formalien eingehalten worden sind. Auch beim Strafmass von 18 Monaten bedingt hatten die drei Richter keine Einwände und genehmigten daher gestern den Deal. Ein Weiterzug ist nicht mehr möglich.