Freizeitpark

Er reist von Planet zu Planet: Nun landet der kleine Prinz im Elsass

Die Bar ist im Ballon in der Metallkonstruktion (Mitte).

Die Bar ist im Ballon in der Metallkonstruktion (Mitte).

Vom Buch «Der kleine Prinz» wurden seit seiner Ersterscheinung 1943 150 Millionen Exemplare verkauft. Ab 1. Juli 2014 dreht sich im Elsass bei Mulhouse auf 23 Hektaren mit drei Heissluftballons und vielen Attraktionen alles um das berühmte Märchen.

Das Buch «Der kleine Prinz» vom französischen Autor und Piloten Antoine de Saint-Exupéry ist ein Welterfolg. Seit seiner Ersterscheinung 1943 in New York wurden 150 Millionen Exemplare des modernen Märchens verkauft. Die Erzählung vom Piloten, der in der Wüste notlanden muss und dort beim Reparieren seines Flugzeugs auf den kleinen Prinzen trifft, der von Planet zu Planet reist, wurde in 275 Sprachen übersetzt und ist damit, mit Ausnahme religiöser Schriften, das weltweit am meisten übersetzte Buch.

Bisher 72 Ballone verkauft

Seine Popularität machen sich jetzt die beiden Franzosen Jérôme Giacomoni und Mathieu Gobbi zunutze. Fliegen ist ihre Berufung. Vor 20 Jahren haben sie die Firma Aérophile gegründet, die sich auf die Herstellung von am Boden befestigten Heissluftballons spezialisiert hat. 72 davon haben sie bisher in 29 Länder verkauft, wo sie in Freizeitparks und an touristischen Orten eingesetzt werden.

Drei ihrer Ballons werden sich im neuen Freizeitpark zum Thema «Der kleine Prinz» befinden, der am 1. Juli 2014 in Ungersheim, nördlich von Mulhouse, eröffnet wird. Je nach Windstärke passen maximal bis zu 30 Personen in einen Ballon. Zwei steigen bis zu einer Höhe von 150 Metern und ermöglichen so einen Blick über Themenpark, das benachbarte Freilichtmuseum Ecomusée, die stillgelegten Kaliminen und auf Vogesen und Schwarzwald und die Rheinebene. In einem drittem Ballon, der in einer Metallkonstruktion befestigt ist, befindet sich in 35 Meter Höhe eine Bar.

Vier Themenbereiche

Der Themapark umfasst 23 Hektaren und bietet neben den Heissluftballonen 30 Attraktionen, drei Kinosäle mit 60 bis 500 Sitzplätzen und zwei grosse Labyrinthe. In vier Themenbereichen geht es um das Weltall, die Fliegerei, das Wasser sowie Tiere und Pflanzen. Unter anderem gibt es einen 3-D-Film mit den Abenteuern des kleinen Prinzen zu sehen und einen Film über den französischen Postpiloten Henri Guillaumet, der sich nach mehrtägigen Gewaltmärschen nach einem Absturz in den Anden in ein verlassenes Dorf rettete. Dort wurde er von seinem Freund und Kollegen Antoine de Saint-Exupéry abgeholt.

Weitere Attraktionen, immer in Verbindung mit dem Buch und seinem Autor: Eine Reise in die Tiefen des Mittelmeers, ein Frage- und Antwortspiel zu Astronomie, eine Nachtflugsimulation, eine Schmetterlings-Aufzuchtstation, Schafe und Füchse, die in zwei Vorstellungen auftreten.

Zehn Millionen Euro Investition

Jérôme Giacomoni und Mathieu Gobbi wollen zehn Millionen Euro in den Park «Der kleine Prinz» investieren. Er befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Bioscope, einem von der öffentlichen Hand finanzierten Freizeitpark zum Thema Leben und Umwelt, der nie die hochgesetzten Erwartungen erfüllte. Insgesamt hatten das Departement Oberelsass und die Region Elsass 30 Millionen Euro in das Projekt investiert. Im September 2012 wurde das Bioscope in der siebten Saison mit einem Defizit von 28 Millionen Euro geschlossen.

Dementsprechend erfreut waren die elsässischen Politiker, mit dem Park «Der kleine Prinz» endlich ein Nachfolgeprojekt für das stillgelegte Bioscope vorweisen zu können. Die meisten der Anlagen werden weiter verwendet.

Die Rechte für die Verwendung des kleinen Prinzen haben die Initiatoren des Parks von Olivier d'Agay erworben, dem Enkel von Antoine de Saint-Exupéry. Dessen Todestag jährt sich im Juli 2014 zum siebzigsten Mal. Am 31. Juli 1944 war der Pilot im Alter von 44 Jahren mit seinem Flugzeug über dem Mittelmeer abgestürzt und verschollen.

Für die erste, halbe, Saison, rechnen Giocomoni und Gobbi mit 80 000 Eintritten, später mit jährlich 150 000. Der Eintritt wird voraussichtlich 22 Euro für Erwachsene und 16 Euro für Kinder kosten.

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