Basel

Er schoss auf seine Familie: Basler «Ehrenmörder» steht vor Gericht

Der Schwiegervater überlebte die Attacke nicht.

Der Schwiegervater überlebte die Attacke nicht.

Der türkische Bäcker, der seine Ex-Frau schwer verletzte und seinen Schwiegervater erschoss, steht in Basel in zwei Monaten vor Gericht. Er soll seine Tat angekündet haben.

Erol B. richtete vor zwei Jahren seine Pistole auf seine Frau und ihre Eltern. Die Basler Staatsanwaltschaft klagt ihn gemäss einem Bericht der „Schweiz am Sonntag“ wegen Mordes an.

Erol liess in seinem Umfeld laut der Basler Staatsanwaltschaft mehrfach verlauten, dass er seine Schwiegereltern und seine Ehefrau «mit einer Pistole durchlöchern» werde. Er werde es ihnen «heimzahlen». Schliesslich sei er Türke und lasse sich nicht gefallen, dass sich seine Frau von ihm trennt.

Auch gegenüber seiner Frau habe er derartige Drohungen immer wieder ausgesprochen. Doch sie wurde nie aktiv. Sie reichte keine Strafanzeige ein, obwohl er sie mehrmals verprügelt hat.

Gemäss „Schweiz am Sonntag“ beschrieb sie ihn als «krankhaft eifersüchtig». Er habe einen «unendlichen Kontrollwahn» an den Tag gelegt. Aus seiner Sicht sei ihre Vergangenheit das Problem gewesen: Sie war vor ihm mit mehreren Männern zusammen, die sie meist über das Internet kennen gelernt hatte.

In den Befragungen sagt Zeynep, dass er ihr alle vier bis fünf Tage gedroht habe, ihr Leben zu zerstören, sie zu schlagen, bis sie tot wäre, oder sie in den Wald zu bringen und dort zu peinigen.

Zu einem Höhepunkt der Gewalt kam es in einer Nacht des Jahres 2012: Er schlug ihren Kopf mehrmals gegen eine Wand und drangsalierte sie gemäss Staatsanwaltschaft derart, dass sie «unkontrollierten Urinabgang» hatte. Er hörte erst auf, als sie ihm versprach, alles über ihre Vergangenheit zu erzählen. Sie musste eine Liste erstellen mit allen Männern, mit denen sie freundschaftliche bis intime Kontakte hatte.

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