Swiss Indoors

Erdbeeren und Massage für die Tennisprofis bitte

In dieser Suite im Swissôtel am Messeplatz hätte Rafael Nadal einziehen sollen. Nach der Absage des Spaniers rücken wohl entweder Juan Martin del Potro oder Titelverteidiger Marin Cilic in die Presidential Suite nach.

In dieser Suite im Swissôtel am Messeplatz hätte Rafael Nadal einziehen sollen. Nach der Absage des Spaniers rücken wohl entweder Juan Martin del Potro oder Titelverteidiger Marin Cilic in die Presidential Suite nach.

Wo die Tennisstars in Basel wohnen, welche Wünsche sie haben und wie viele Touristen die Swiss Indoors anlocken.

Hunderte von Hotelzimmern haben Tennisprofis wie Juan-Martin del Potro oder Marin Cilic schon gesehen. «Trotzdem erinnern sie sich immer, welche Suite sie bei ihrer letzten Teilnahme in Basel bewohnt haben», sagt Patrick Ammann, Managing Director der Swiss Indoors, als er mit uns in der Presidential Suite des Le Plaza am Messeplatz steht. Dort also, wo eigentlich Rafael Nadal hätte schlafen sollen. Doch weil der Spanier seine Teilnahme kurzfristig abgesagt hat, bekommt ein anderer grosser Name die grösste Suite im Le Plaza. Aus Diskretionsgründen soll unbekannt bleiben, wer dort einzieht. Wahrscheinlich werden es aber entweder der zweimalige Swiss-Indoors-Sieger del Potro oder Titelverteidiger Cilic sein.

Auch die zweitgrösste Plaza Suite wird an einen Topspieler vergeben. Sie ist zwar etwas kleiner als die Presidential Suite, besticht dafür «mit dem speziell grossen Badezimmer und einer runden Badewanne mitten im Raum», wie Ammann wissen lässt. Hinzu kommen noch sechs Junior-Suiten und die Advantage-Zimmer, in welchen weitere Top 10 oder Top 20 Spielern wohnen. Qualifikanten werden in den Standard-Zimmern untergebracht.
Insgesamt benötigen die Swiss Indoors verteilt auf die neun Turniertage rund 700 Übernachtungen. Von den 238 Zimmern im Le Plaza werden pro Tag zwischen 120 und 140 von den Swiss Indoors gemietet. Damit sich die Tennisstars samt Entourage wohlfühlen, erfüllt das Hotel auch Spezialwünsche. «Im Vergleich zu den Forderungen von Sängern oder Schauspielern sind diese bei Tennisspielern aber sehr bescheiden», sagt Le Plaza Front Office Managerin Bettina Jayawickrama.

Logiernächte während der Swiss Indoors

Logiernächte während der Swiss Indoors

Ein Zimmer voller Matratzen

«Häufig wünschen sich die Spieler frische Erdbeeren. Heute ist das nicht mehr schwierig. Vor zehn Jahren aber waren Erdbeeren jetzt, wo die Saison vorbei ist, schwer zu kriegen. Auch Massageliegen haben die Spieler jeweils gerne direkt in ihrem Zimmer», erzählt Ammann. Ausgefallene Wünsche? Daran könne er sich nicht erinnern. Wobei: «Doch, eine lustige Geschichte gibt es», sagt er und führt aus: «Die Story betrifft einen US-Spieler. Ein bekannter Name, der auch von der Physis her ein grosser Spieler war. Er war in einem Advantage Zimmer untergebracht und wollte, dass wir alle Möbel aus dem Raum entfernen und sie durch Matratzen ersetzen, weil ihm das Bett zu klein war.» Sonst seien es eher gesundheitliche Wünsche wie glutenfreies Essen für Novak Djokovic oder, dass ein Zimmer kindersicher gemacht wird, wie dies Roger Federer wünschte, als die Zwillinge noch jünger waren.

Federer nicht im Spielerhotel

Apropos Federer: Wie die Schweiz am Wochenende weiss, wird der Schweizer als einziger Spieler nicht im offiziellen Spielerhotel, sondern im Trois Rois auf der anderen Rheinseite untergebracht sein. Dass der grösste Name in einem anderen Hotel wohnt, ist historisch bedingt. Ammann sagt: «Boris Becker richtete zu seiner aktiven Zeit den Wunsch an die Turnierverantwortlichen, er wollte nicht dort untergebracht sein, wo die Belagerung von Medien und Fans potenziell höher ist. Er bevorzugte es, etwas abseits zu sein und schätzte das sehr.» Die Amerikaner Andre Agassi und Pete Sampras wünschten dasselbe. So war es bei Federer fast logisch, dass auch er nach ein paar Jahren andernorts untergebracht wurde. «Rafael Nadal wurde dies auch angeboten, aber er bevorzugte es, dort zu sein, wo auch alle anderen sind», sagt Ammann.

Doch nicht nur die Tennisprofis füllen die Basler Hotelbetten. Auch Fans und Sponsoren – etwa 60 Prozent aller Zuschauer in der St. Jakobshalle folgen der Einladung von Swiss-Indoors-Sponsoren und Partnerfirmen – sorgen dafür, dass die Logiernächte während des Turniers überdurchschnittlich hoch sind. Seit 2007 ist die Tendenz steigend. Zählten die Statistiker 2007 während der neun Turniertage noch 27 156 gebuchte Hotelzimmer, waren es im letzten Jahr 33 988. Ein neuer Rekord. «Touristisch gesehen, sind die Swiss Indoors sehr wertvoll für Basel», sagt auch Frédéric Pothier von Basel Tourismus. Während der letztjährigen Turnierwoche war die Auslastung (70,7 Prozent) um 7,1 Prozentpunkte höher als im Oktoberdurchschnitt (63,6 Prozent). Vor allem am Donnerstag, Freitag und Samstag gibt es wegen des Tennisturniers in Basel nur noch wenig freie Hotelzimmer. Dann sind rund 95 Prozent belegt.

Gesetzte Spieler dürfen nach dem Ausscheiden jeweils noch vier Nächte im Hotel bleiben. «So lange stellen wir ihnen das Zimmer zur Verfügung», sagt Ammann. Oft werde dies nicht genutzt, letztes Jahr machte der Final-Verlierer Kei Nishikori aber Gebrauch davon.

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