Butschautibahn, Resslirytti, Hirsche und Äffchen. Jeder, der in der Region aufgewachsen ist, war schon in den Langen Erlen. Wirklich jeder? Nicht ganz. Grund ist der echte Zolli. Er ist die grosse Konkurrenz, wie die Geschäftsführerin des Erlen-Vereins, Claudia Baumgartner, aus Erfahrung weiss.  

Linsensuppe mit Kurkuma zur Stärkung und «Hühnerfutter aus der Luft» (also eigentlich Brot in einem Säckchen, das an einem Haken hängt) – dann beginnt der bz-Talk des «Basler Zmittag» an der Muba. Das erste Geständnis macht baff: Claudia Baumgartner war als Kind nie in den Langen Erlen!

Hirsch ist gefährlicher als Löwe

«Ich bin in Oberwil aufgewachsen, da lag der Zolli näher», sagt sie. Aber jetzt, da sie in den Langen Erlen arbeite, hole sie all die Zeit nach, die sie verpasst habe. An Arbeit mangelt es ihr nicht. Im Gegenteil. Am kommenden Dienstag, dem 1. Mai, steigt die Einweihungs-Party des Mega-Spielplatzes. Die «Spielaue» bietet Kindern 3000 Quadratmeter Spass. Spiel-Storchennest und Kunst-Biberbau stellen den Bezug zum Kerngeschäft des Parks her: Tiere.

Ueli Käser ist seit sieben Jahren Tierpfleger im Tierpark. Obwohl er im Vergleich zu den Berufskollegen im Zolli keine Löwen betreut, ist auch sein Job nicht ungefährlich: «Hirsche sind die gefährlichsten Tiere in Gefangenschaft. Gefährlicher als Löwen und Tiger», sagt er. An ihrem Gesichtsausdruck erkenne man nie, wie sie gerade gelaunt sind. Gerade in der Brunftzeit könnten Hirsche aggressiv auf Menschen reagieren.

Als «Allrounder» wisse er aber mit all den Tieren im Park umzugehen. Grosse Herausforderung in Zukunft wird für ihn der Wisent. Das erweiterte Gehege des Europäischen Bisons wird im August eröffnet. Der Wisent darf dann leben, wie er es auch in freier Wildbahn tun würde: im Wald. «Wir können nicht sagen, wie das Waldstück nach dem ersten Jahr aussehen wird», sagt Käser. Manche Bäume seien vorsorglich mit einem Gitter geschützt.

Besucher füttern, Hasen sterben

Mit Gehegen wie diesem wollen die Verantwortlichen den Tieren möglichst artgerechte Haltung bieten, so, wie es der Zolli etwa mit den Elefanten macht. Der Besucher muss damit rechnen, auch mal kein Tier zu sehen. «Wir stellen die Tiere nicht mehr aus», sagt Käser. Und Baumgartner ergänzt: «Es kann spannend sein, kein Tier zu sehen, weil es sich zurückgezogen hat.»

Und wenn die Besucher doch Tiere sehen und das nah, dann gilt: nicht füttern! So steht es überall angeschrieben, doch längst nicht alle halten sich daran. «Die Leute meinen es gut, doch für das Tier kann es gefährlich werden.» Viele Hasen seien schon gestorben, weil Besucher sie mit Pflanzen gefüttert hätten, die Hasen nicht vertragen. Der Tierpark ist zwar kein Zolli, aber die Regeln sind die selben. Mit einer netten Ausnahme: Der Eintritt ist gratis. «Das bleibt auch so», sagt Baumgartner.