Fundraising

Erneut ein Rekordwert: Universität Basel sammelt Forschungsgelder

187 Millionen Franken: So viele Drittmittel konnte die Uni Basel vergangenes Jahr akquirieren.

187 Millionen Franken: So viele Drittmittel konnte die Uni Basel vergangenes Jahr akquirieren.

Keine andere kantonale Universität der Schweiz ist so erfolgreich in der Beschaffung von Drittmitteln wie die Uni Basel. Die Hochschule erreicht erneut einen Rekordwert.

Quantenphysik, Prävention von chronischen Krankheiten, Bewegungsmedizin, Erkenntnisse über die Basler Papyrussammlung: An der Universität Basel wird breit geforscht. Sei es an der medizinischen, naturwissenschaftlichen oder an der philosophisch-historischen Fakultät. Im vergangenen Jahr hatte die Hochschule 162 Forschungsverträge abgeschlossen.

Um die Forschungstätigkeiten finanzieren zu können, ist die Uni Basel auf Drittmittel angewiesen. Denn weniger als die Hälfte aller Erträge, nämlich 43,4 Prozent, stammen von den Trägerkantonen Baselland und Basel-Stadt. Die restlichen Beträge kommen vom Bund, anderen Kantonen und aus der Drittmittelsammlung. Letztere machen 24,1 Prozent des Gesamtertrags aus.

10 Prozent mehr als im Vorjahr

Matthias Geering, Sprecher der Uni Basel, stellt klar: «Selbstverständlich sehen es die beiden Trägerkantone gerne, wenn die Forschenden bei der Drittmittel-Einwerbung erfolgreich sind.» Wichtig sei aber: Man könne nur erfolgreich Drittmittel einwerben, wenn die Grundfinanzierung solide sei. Eine Kompensation für staatliche Unterstützung seien Drittmittel nicht.

Der neuste Bericht der interparlamentarischen Geschäftsprüfungskommission der Universität zeigt: 2019 war die Uni Basel wieder erfolgreich bei der Beschaffung. Mit 187,1 Millionen Franken an gesammelten Drittmitteln erreicht sie erneut einen Rekordwert und steigert die Summe um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die naturwissenschaftliche Fakultät hat mit 46,7 Millionen Franken den höchsten Anteil eingeworben.

Drittmittel sprechen für Qualität

Der Erfolg in der Mittelbeschaffung gründet auf hoch dotierte Förderungsbeiträge des Europäischen Forschungsrats. Für diese müssen sich Forschende bewerben. Gleich mehrere hätten sogenannte «ERC Grants» erhalten. Mit den fünf Förderungsprogrammen werden Jungforscher, etablierte Spitzenforscher, Forscher mit über 10 Jahren Erfahrung, Forschungsteams und abgeschlossene Projekte für die wirtschaftliche Vermarktung unterstützt. 2019 wurden 31 solcher Beiträge an Forschende in der Schweiz verliehen.

Geering sagt: «Grosse Zusprachen im Bereich Drittmittel bedeutet, dass die Universität sich im europäischen Wettbewerb der Universitäten durchsetzen kann. Das spricht für ihre Qualität.» Für die Forschenden selbst sei ein «ERC Grant» eine grosse Bestätigung. «Es zeigt, dass man ihnen auf ihrem Forschungsgebiet sehr viel zutraut und in sie investieren möchte», so Geering.

820'000 Franken pro Professur

Weiter zeigt sich durch die aktuellen Zahlen des IGPK-Berichts, dass die Universität Basel mit den anderen kantonalen Universitäten mithalten kann: Pro Professur weist die Basler Hochschule mehr als 820'000 Franken in Drittmitteln nach und hat damit die mit Abstand höchsten Werte. Einzig die vom Bund finanzierte EPF Lausanne liegt leicht höher, die ETH Zürich wird hingegen deutlich übertroffen.

Trotz des Rekordresultats strebt die Uni Basel laut Bericht eine Steigerung des Drittmittelanteils an. Dafür müssten aber weiterhin Forscherinnen und Forscher an den Standort in Basel wechseln. Für Hoffnung sorgen immerhin die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: Die Uni Basel erhielt 2019 21 neue Professorinnen und Professoren.

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