In den letzten Monaten gelangen immer mehr Migranten in Güterzügen über die schweizerisch – deutsche Grenze (bz berichtete). Die deutsche Bundespolizei, die für den Schutz der Grenzen zuständig ist, hat am Samstagmorgen vier nigerianische Flüchtlinge festgenommen.

Sie waren im Freiburger Güterbahnhof entdeckt worden, als sie die Ladefläche eines auf dem Zug stehenden Lastwagens verlassen wollten. Die Nigerianer hätten angegeben, sie seien im italienischen Novara auf den Zug geklettert und hätten die Schweiz komplett durchfahren.

Damit reihen sich der 34-jährige Mann und die drei Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren auch beim Fluchtziel in die lange Liste jener ein, welche die Schweiz schlichtweg durchqueren. Oder, die in der Schweiz ins Asylverfahren kommen, dann aber nach Deutschland weiterreisen und ihre Schweizer Flüchtlingsdokumente verschwinden lassen. Wie die bz auch schon berichtete, wollen die meisten Flüchtlinge derzeit weiter in den Norden, nach Deutschland oder Skandinavien.

Wie die Basler Asylkoordinatorin Renata Gäumann vor zwei Wochen erklärte, liege das daran, dass die meisten Menschen dorthin fliehen, wo sie schon jemanden kennen. Ausserdem hoffen viele Flüchtlinge aufgrund der langen Asylverfahren in Deutschland dort länger bleiben zu können, als in der Schweiz, wo die Verfahren wesentlich speditiver verlaufen.

Die nun Aufgegriffenen hatten keine Papiere dabei, waren aber schon in Italien registriert worden. Damit ist laut Dublin-Abkommen Italien für sie zuständig. Bereits im letzten Sommer habe der Mann versucht, nach Deutschland zu kommen und sei zurückgewiesen worden. Nun habe die deutsche Bundespolizei alle drei mit einer Strafanzeige wegen Verstosses gegen das Aufenthaltsgesetz bedacht und sie ins Aufnahmezentrum des Bundeslandes gebracht.

Die Bundespolizei teilt mit, sie stelle seit Mitte März einen weiteren Zuwachs bei den Einreiseversuchen via Güterzug fest. Das sei ein gefährliches Unterfangen, die Züge sind nicht für den Personentransport ausgelegt. Die Schlepper liessen sich die Fahrten in den Zügen teuer bezahlen.