Masken

Erst Kunden abgewiesen – jetzt wollen Grossverteiler bald überall in der Region Schutzmasken verkaufen

Grossverteiler arbeiten daran, ihren Maskenverkauf auszuweiten.

Grossverteiler arbeiten daran, ihren Maskenverkauf auszuweiten.

Letzte Woche wurden Kunden vorab in kleineren Verkaufsstellen abgewiesen, als sie Masken kaufen wollten. Das führte zu Frust. Nun sind Migros und Coop daran, den Maskenverkauf auszuweiten.

Ein Rentner meldete sich letzte Woche ziemlich empört bei der bz. Er erhalte in Liestal weder bei Coop noch bei Migros Schutzmasken. Die beiden Ableger im Kantonshauptort hätten ihn an die grösseren Filialen in Frenkendorf respektive Füllinsdorf weiterverwiesen. Und im Liestaler Milchhüsli koste eine Schutzmaske über sieben Franken. Der Rentner bilanzierte frustriert: «Jetzt muss ich als Risikoperson und Nicht-Autofahrer in den ÖV steigen, um mir Schutzmasken zu besorgen. Das kann es doch nicht sein.»

In der Tat hatten letzte Woche weder Coop noch Migros Schutzmasken in den Verkaufsregalen vorab der kleineren Filialen. Nadine Kunz, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Migros Basel, erklärt den steten Optimierungsprozess so: Die Migros habe wie die andern Detailhändler vom Bund am vorletzten Wochenende Masken erhalten. Doch die Zahl habe nicht gereicht, um alle Filialen zu bedienen. Deshalb habe die Migros Basel in den drei Kantonen Baselland, Basel-Stadt und Jura letzte Woche nur in zehn Filialen Schutzmasken verkauft.

Migros hat die Nase vorne, Coop will nachziehen

Man habe dann auf anderen Kanälen zusätzliche Masken beschaffen können, so dass spätestens seit gestern Montag, 4. Mai, in 26 Filialen Schutzmasken gekauft werden könnten – jetzt auch in Liestal. Und Kunz verspricht eine weitere Verbesserung: «Ab diesem Donnerstag verfügen in der Region alle Migros-Filialen über Schutzmasken.» Gleichzeitig werden sie erst noch etwas günstiger: Von der Bundeslieferung kosten 20 Stück 19.70 Franken; von den zusätzlich bestellten Masken ein 50er-Pack 39.90 Franken. Die Migros sei damit für die nächste Lockerungswelle ab 11. Mai gerüstet, sagt Kunz und ergänzt: «Ich rechne damit, dass die Nachfrage nach Schutzmasken dann stark steigt.»

Auch bei Coop ist man daran, den Maskenverkauf auszuweiten. Allerdings bleibt man etwas vager als bei der Konkurrenz. So sagt Mediensprecher Patrick Häfliger, dass ab dieser Woche mehr als die Hälfte aller Verkaufsstellen Schutzmasken im Angebot habe. Im Verlaufe der nächsten Woche sei das dann flächendeckend der Fall. Die Preise entsprechen jenen bei der Migros.

Auch Apotheken verkaufen Masken

Zurück zum Liestaler Rentner. Ganz so schutzlos hätte er letzte Woche im Kantonshauptort trotz Coop- und Migros-Maskenebbe nicht unterwegs sein müssen. Denn auch Apotheken verkaufen Schutzmasken, so etwa die Saner-Apotheke. Und das ebenfalls zum Selbstkostenpreis. Die Geschäftsführerin der Liestaler Saner-Filiale, Andrea Candolfi, verweist auch noch auf ein kleines, nicht ganz unwichtiges Detail: «Wir instruieren die Kunden bei Wunsch auch, wie sie die Schutzmasken richtig anziehen müssen.»

Und was hat es mit dem Wahnsinnspreis von 7.90 Franken pro Maske beim Liestaler Milchhüsli auf sich? Die dort verkauften Masken sind von ganz anderer Qualität. Denn es handelt sich nicht um einfache Einwegschutzmasken, sondern um sogenannte FSP-2-Masken mit Filter, wie sie eigentlich für das Medizinalpersonal gedacht sind. Auch das Milchhüsli hofft, bald die billigeren Masken anbieten zu können.

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