Kleinhüningen

Erste Klage eingereicht: Dorfverein macht gegen Basel Nord mobil

Der Dorfverein Pro Kleinhüningen wehrt sich gegen das im Basler Hafen geplante trimodale Umschlagterminal und reicht eine erste Klage ein. Er verlangt von den Behörden der beiden Basel, den Gefahrgutbericht zum Projekt herauszugeben.

Der Dorfverein Pro Kleinhüningen engagiert sich mit Nachdruck gegen Gateway Basel Nord. Der trimodale Umschlagterminal ist für 250 Millionen Franken im Basler Hafen geplant und sieht den Bau eines neues Hafenbeckens vor. «Wir werden alle Mittel einsetzen, um das zu verhindern», sagte Louis Conzett, Baubeauftragter des Vereins, am Mittwochabend auf einer Veranstaltung in Kleinhüningen.

Präsident Georges Böhler klagte: «Alles, was der Staat für Kleinhüningen aufgleist, ist negativ.» Er verwies damit auf Einrichtungen wie das Ausschaffungsgefängnis, die Kläranlage Ara oder die Sondermüllverbrennungsanlage Valorec. «Wir haben nur noch 26 Prozent Wohnfläche und sollen jetzt noch einmal zehn Prozent verlieren.»

Conzett zeigte sich überzeugt, dass es im Containerhandel keinen Zuwachs mehr geben würde und man die Arbeit mit den bestehenden Firmen bewältigen könne. Er kritisierte: «Warum versenkt man eine halbe Milliarde für etwas, das nicht rentiert.»

Der Sicherheitsexperte Thomas Schweizer sah ein weiteres Sicherheitsrisiko auf Kleinhüningen zukommen. Er sagte: «Für mich ist das ein Sandwich-Terminal zwischen Autobahn und Bahngleisen. Wenn da etwas passiert, sind beide wichtigen Achsen gesperrt.» Beunruhigt zeigten sich auch Anwesende aus Weil Friedlingen, die in Otterbach ganz in der Nähe der geplanten Anlage wohnen. Der Dorfverein hat beschlossen, gegen die Kantone Basel-Stadt und Baselland zu klagen. «Er verlangt die Herausgabe des von den Behörden geheim gehaltenen Gefahrgutberichts», heisst es in der Medienmitteilung.

Der nächste Schritt könnte eine Klage gegen den Verstoss des Subventionsrecht sein, das die Projektverantwortlichen laut Meinung von Conzett nicht einhalten würden. Statt Gateway Nord schlägt der Dorfverein vor, den bestehenden Westquai mit geringen Kosten für ein Containerterminal zu nutzen. Für den bestehenden Yachthafen und das «Schiff» müsste man dann einen anderen Ort finden.

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