Solche Ernennungen sind Balsam für die Baselbieter Seele, das war gestern im mit Baselbieter Politprominenz vollgespickten Stadtsaal im Liestaler Rathaus nicht zu überhören. Der festliche Aufmarsch galt dem Liestaler Thomas Gasser, der als erster Nicht-Basler auf Anfang August zum Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Basel gewählt wurde. Gasser leitet seit 15 Jahren als Chefarzt die Urologische Universitätsklinik beider Basel am Kantonsspital Liestal.

Der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott hiess die grosse Gästeschar denn auch «in der zweiten Hauptstadt der Universität Basel» willkommen. Gassers Wahl sei mehr als eine ehrenvolle Personalie und entfalte grosse Symbolkraft für die Präsenz der Universität in Liestal. Baselland sei zur Hälfte Träger der Uni, werde aber noch zu wenig als Universitäts-Kanton wahrgenommen. Basel und die Uni seien aber offen für Standorte in Baselland und Liestal habe mit seiner Infrastruktur, die ständig ausgebaut werde, viel zu bieten. Und Ott rief in den Saal: «Auf Dich, Thomas, auf das Wohl der Alma Mater und auf eine glückliche Zukunft des Universität-Standorts Liestal!»

Die Konkurrenz schläft nicht

Auch Ueli Vischer, Präsident des Universitätsrats, zeigte sich sehr erfreut über die Wahl seines Freundes Thomas Gasser zum Dekan der Medizinischen Fakultät. Diese werde künftig stark gefordert durch die «sehr begrüssenswerten Pläne» der beiden Regierungen, im Spitalwesen «noch besser» zusammenzuarbeiten. Vischer: «Der neue Spitalverbund muss spitzenmedizinische Leistungsbereiche stärken, sich im nationalen Wettbewerb behaupten und sich als attraktive Spitalgruppe profilieren.» Die Konkurrenz, allen voran Zürich, Bern und Lausanne, sei hellwach und sehr agil.

Man sei der Bevölkerung eine erstklassige Gesundheitsversorgung schuldig und das bedinge auch eine erstklassige medizinische Universität. Und Vischer weiter: «In diese Zeit passt ein Dekan Thomas Gasser ausgezeichnet.» Denn dieser sei ein Brückenbauer zwischen medizinischer Dienstleistung und Forschung, zwischen den Spitälern von Baselland und Basel-Stadt und auch in Richtung neuer Partner wie die ETH.

Und Vischer hat noch eine spezielle, grosse Erwartung an Gasser: «Er versteht es auch, in einer eher stürmischen Zeit eine Brücke zwischen den beiden Basel zu bauen, die auch einem Orkan standhält.» Dann wurde Vischer heftig: Es sei «eine Sauerei», dass Baselland keinen Sitz im Schweizerischen Hochschulrat erhalten habe. Der Universitätsrat habe deswegen soeben nochmals einen Brief an Bundesrat Schneider-Ammann geschrieben. Es sei kein Zustand, dass die beiden Basel nicht gleich behandelt würden wie etwa die Universität Tessin oder «das Universitätli von Luzern».

Und der Gefeierte selbst? Dem sympathisch bescheidenen Thomas Gasser war das Aufsehen um seine Wahl als Dekan fast zu viel. Das letzte Mal sei er im Liestaler Rathaus gestanden, als er als Bub den Auffwahrtsweggen entgegengenommen habe. Gasser setzte denn auch nicht seine Person in den Vordergrund, sondern wertete die erstmalige Vergabe des Dekanats nach ausserhalb von Basel als Zeichen für den Weg, den die Universität gehen wolle. Und Gasser drückte auch seine Hoffnung aus, dass «die so wichtige Universität» auch von Baselland weiterhin gestärkt werde.