Basel-Stadt
Erster Schweizer Laden für Herrenwäsche muss nach 20 Jahren schliessen

Eine 20-jährige Erfolgsgeschichte hat ein Ende: Der erste in der Schweiz eröffnete Laden für Herrenwäsche schliesst Ende August. Ein Umzug in die Basler Innenstadt war nicht erfolgreich. Kunden können die Ware aber weiterhin im Internet bestellen.

Eva Wieser
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Von der Realität eingeholt: Wäsche-Spezialist Charles Wyler. EWI

Von der Realität eingeholt: Wäsche-Spezialist Charles Wyler. EWI

Für Furore gesorgt hat Charles Wyler, als er vor 20 Jahren sein Geschäft «Michelangelo» zusammen mit Pia Wyler eröffnete. Der Basler war schweizweit der Erste, der ein Fachgeschäft für hochwertige Herrenwäsche eröffnete. «Ab Tag eins lief der Laden super», erzählt Wyler. Nun nimmt die Erfolgsgeschichte aber ein abruptes Ende: Anfang August folgt die Schliessung des Ladens. «In den letzten fünf Jahren wurde es für viele kleine Läden immer schwieriger», sagt der Geschäftsmann.

Damit ist das Kapitel «Michelangelo» aber nicht abgeschlossen: Der vor fünf Jahren eröffnete Webshop www.michelangelo.ch bleibt bestehen und soll ausgebaut werden. «Wir haben immer mehr Kunden aus der ganzen Schweiz, die übers Internet einkaufen», freut sich Wyler. Im Laden spürt er genau den umgekehrten Trend. Die Frequenz sei an manchen Wochentagen zu tief, zu wenig Lauf- und Stammkundschaft würden den Laden aufsuchen.

Idealismus und Mut

«Das Einkaufsverhalten beginnt sich stark zu ändern», weiss der Inhaber des Geschäfts aus Erfahrung. Die Leute seien nicht mehr so stark auf eine Stadt fixiert und würden häufiger während kurzer Städtetrips einkaufen. Die Frankenstärke sowie die Grenznähe seien für die kleinen Geschäfte ebenfalls existenzbedrohend. Sorgen hätten die Ladenbesitzer einige. Doch: «Wir dürfen nicht jammern, sondern müssen mit innovativen Ideen am Ball bleiben», sagt Wyler. Er sei froh, dass junge Leute viel Idealismus mitbringen und den Mut haben, ihre Geschäftsideen zu verwirklichen.

Voller Elan hat sich Wyler vor zwei Jahren nochmals einen Traum erfüllt: Er hat sein Geschäft von der Aeschenvorstadt in die Innenstadt gezügelt. Doch am Rümelinsplatz kamen nicht so viele Kunden wie erhofft. «Wir haben viel Geld in den neuen Laden investiert», sagt Wyler. Die Begeisterung über den neuen Standort blieb aus. Ob der Laden «Michelangelo» endgültig geschlossen werden soll, musste Wyler nicht lange überlegen: «Ich wollte einem schlechten Ende zuvor kommen und habe beschlossen, den Laden rechtzeitig aufzugeben.»

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