An der Feier im BVB-Depot Wiesenplatz drückte der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels auf einen roten Knopf, worauf das neue Tram durch Trockeneisschwaden und bei Lautsprechermusik in die Halle einfuhr. Wessels und BVB-Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal bespritzten den Neuling mit Champagner und tauften ihn.

Ab dem 10. November fährt der "Basilisk" regulär auf der Linie 8 - allerdings noch ohne die Verlängerung nach Weil am Rhein (D), die erst zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember eröffnet wird. Ende November geht ein zweites Flexity-Tram auf der Linie 14 in Betrieb, wie die BVB mitteilten. Ein drittes wird im Mai 2015 erwartet.

Danach sollen monatlich zwei weitere der von Bombardier im sächsischen Bautzen hergestellten Trams angeliefert werden. Die 17 letzten der insgesamt 61 Fahrzeuge umfassenden Flexity-Flotte werden im Jahr 2017 erwartet; sie sind etwas kürzer und sollen auf den Linien 15 und 16 aufs Bruderholz verkehren.

Moderne Trams für drei Länder

Zusammen mit den bisherigen Combino-Trams von Siemens hätten die BVB dann eine der modernsten Tramflotten Europas, sagte Blumenthal. Im Regelbetrieb wird diese gänzlich aus Niederflur-Fahrzeugen bestehen. Das neue Tram erfüllt laut Bombardier-Schweiz-Chef Stéphane Wettstein die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Die neuen Trams tragen den neuen Grünton der BVB, der wie auch die Holzsitze in der Innenausstattung in einem Fahrgast-Voting ermittelt wurde. Die siebenteilige Version des Basler Flexity-Trams ist 42,9 Meter lang und bietet 256 Passagieren Platz. Die fünfteilige Ausführung für die Linien 15 und 16 ist 31,6 Meter lang und kann 183 Fahrgäste aufnehmen.

Zugelassen sind die Basler Flexity-Trams für die Schweiz. Erhalten sollen sie zudem die Betriebszulassung in Deutschland und Frankreich, damit sie auch nach Weil am Rhein (D) und ab Ende 2017 nach Saint-Louis (F) fahren können. In der Schweiz verkehren Trams des Typs Flexity bisher in Genf.

Ausrangiert wird mit dem Eintreffen der Flexity-Trams ein Teil der älteren BVB-Trams. Laut Auskunft der BVB sollen diese Fahrzeuge wie früher schon die Düwag-Gelenktrams an andere Länder abgeben werden. Die vierachsigen Schindler-Trams bleiben derweil als Reservefahrzeuge in Basel.

Bisher grösste Beschaffung der BVB

Die neue Flexity-Flotte kostet die BVB 255 Millionen Franken. Das baselstädtische Kantonsparlament hat daran ein Darlehen von 185 Millionen Franken bewilligt. Die Beschaffung der 61 Trams ist die bisher grösste in den über 119 Jahren des Bestehens des Basler Strassenbahnbetriebs.

Eingeleitet hatten die BVB die Beschaffung 2010. Regierungsrat Wessels dankte am Freitag in seiner Ansprache auch dem alten, inzwischen abgelösten Verwaltungsrat und der alten Direktion, die den Entscheid gefällt respektive vorbereitet hatten.

Dieser war nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen. Denn geplatzt war damit eine Beschaffung von "Tango"-Trams des Schweizer Herstellers Stadler Rail zusammen mit der Baselland Transport AG (BLT). Die Anforderungen an ein Stadttram seien ganz andere als an ein Vororttram, sagte damals der Verwaltungsrat; in der Stadt gehe es vor allem um einen hindernisfreien und raschem Ein- und Ausstieg.

Die Bevölkerung kann das neue Basler Tram nun am Samstag an einem "Flexity-Tag" kennen lernen. Dieser findet von 10 bis 16 Uhr im Depot Wiesenplatz der BVB statt.