Frühförderung
Erziehungsdepartement: Frühförderungsmassnahmen sind auf gutem Kurs

Verantwortliche des Basler Erziehungsdepartements ziehen zur Umsetzung der Frühförderung im Kanton eine positive Zwischenbilanz. Begegnet werden soll damit Benachteiligungen bei Kindern im Vorschulalter.

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Das Basler Erziehungsdepartement zieht bei der Frühförderung eine positive Zwischenbilanz.

Das Basler Erziehungsdepartement zieht bei der Frühförderung eine positive Zwischenbilanz.

Hanspeter Bärtschi

Nach fünfjährigem Aufbau der Frühen Förderung ziehen Verantwortliche des Basler Erziehungs- und des Gesundheitsdepartements eine positive Bilanz. Die Massnahmen im Vorschulalter sollen zur Chancengleichheit von Kindern beitragen. Dazu zählt auch die schweizweit erstmalige obligatorische Deutschförderung.

Die Basler Regierung hat die Frühe Förderung bereits im Legislaturplan 2009-2012 als Schwerpunkt verankert. Nach dem Aufbau würden die Projekte und Massnahmen nun in Regelangebote überführt, sagte Hansjörg Lüking, Leiter des Bereichs Jugend, Familie und Sport im Erziehungsdepartement, am Montag vor den Medien.

Werden Kinder in den ersten Lebensjahren nicht adäquat gefördert, könne dies ihre Startchancen beim Eintritt in den Kindergarten beeinträchtigen, wird einem Schlussbericht zum Ende der Aufbauphase festgehalten. Erhöhte Gefahr bestehe bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten, namentlich auch fremdsprachigen Familien.

Dem sollen die Frühförderungsmassnahmen begegnen, die einst aus Bemühungen entstanden sind, junge Menschen besser gegen Jugendarbeitslosigkeit zu wappnen. Nach Aufbau und Umsetzung während der letzten fünf Jahre fällt die Bewertung der Massnahmen durch die Verantwortlichen des Erziehungs- und des Gesundheitsdepartements durchwegs positiv aus.

Vorreiter bei Deutschförderung

Dies gilt insbesondere auch für die Sprachförderung für Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen, die Basel-Stadt - als schweizweit bisher einziger Kanton - per Schulgesetz auf Anfang 2013 für obligatorisch erklärte. Laut dem Bericht ist die Massnahme seitens der Eltern unbestritten und wird von Fachleuten begrüsst.

Eltern von Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen werden verpflichtet, ein Jahr vor dem Kindergarteneintritt ihre Kinder an zwei Halbtagen pro Woche in eine Einrichtung mit Sprachförderung zu schicken. Bis Juni 2013 waren dies 380 Kinder. Über 80 Prozent der Eltern wählten als Einrichtung eine Spielgruppe. Die Kosten übernimmt der Kanton.

Ermittelt werden die Kinder mittels eines von der Universität Basel entwickelten Fragebogens, den die Eltern ausfüllen. Im ersten Jahr betrug die Rücklaufquote 99,72 Prozent. Opposition gab es nur in einer Familie, deren Kind aber gleichwohl die Spielgruppe besuchte. 14 weitere Kinder zogen weg. Diese Ergebnisse seien "sehr ermutigend", sagte Lüking.

Auch anderweitig Fortschritte

Doch auch Anderes verlief positiv. So verstärkte das Gesundheitsdepartement Information und Beratung oder bewarb Angebote. Laut Kantonsarzt Thomas Steffen konnten so Lücken geschlossen werden; der Anstieg der Übergewichtigen sei gestoppt, und Verbesserungen gebe es auch bei Impfdaten und Vorsorgeuntersuchungen.

Die frühe Förderung umfasst zudem eine Reihe weiterer Massnahmen im sprachlichen und gesundheitlichen Bereich wie auch Angebote in der Elternbildung sowie für besondere Zielgruppen. Ein Ausbau fand dabei in Institutionen wie Tagesbetreuung, Mütter- und Väterberatung, Zentrum für Frühförderung oder Quartiertreffpunkten statt.

Der Ansatz, auf diesen bestehenden Institutionen aufzubauen, hat sich laut dem Bericht als erfolgreich erwiesen. Denn die grösste Schwierigkeit sei, jene zu erreichen, die die Angebote am nötigsten hätten, sagte Anastasia Planta, Koordinatorin Frühe Förderung im Erziehungsdepartement; über die Beratung gehe dies jedoch.

Koordination mit Privaten

Die Koordinationsstelle des Departements sorgt unter anderem für das gemeinsame Vorgehen von Verwaltungsstellen und den ebenfalls beteiligten privaten Einrichtungen und führt jährlich ein Netzwerktreffen durch. Die Kosten aller Angebote für das vergangene Jahr bewegen sich laut den Angaben bei etwa vier Millionen Franken.

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