Basel-Stadt

«Es braucht auch etwas Glück» — Sarah Wyss über ihre neue Stelle als Nationalrätin

Sarah Wyss: Von der Juso-Präsidentin zur Nationalrätin.

Sarah Wyss: Von der Juso-Präsidentin zur Nationalrätin.

Vor einem Jahr verpasste Sarah Wyss die Wahl zur Nationalrätin. Nun klappt es dennoch.

Herzliche Gratulation, Frau Wyss, Beat Jans wird Regierungsrat von Basel-Stadt – Sie rücken damit im Nationalrat nach. Ist das nun die Krönung Ihrer Politkarriere?

Zunächst einmal freue ich mich sehr auf diese Herausforderung. Ob es die Krönung ist, weiss ich nicht.

Vor einem Jahr sind Sie knapp daran vorbeigeschlittert, direkt gewählt zu werden. Ihre Enttäuschung damals war gross. Haben Sie noch damit gerechnet, doch noch in den Nationalrat einziehen zu können?

Es stimmt, ich war sehr enttäuscht. Es war keine einfache Situation. Meiner Leidenschaft für die Politik hat dies aber keinen Abbruch getan. Ich finde sowohl die nationale wie die kantonale Politik sehr spannend. Ich habe mir stets alle Optionen offengehalten, wusste aber immer, dass ich mehr bewirken möchte als im Grossen Rat. Vor einem Jahr stand alles noch in den Sternen, doch in der Politik regiert oft auch der Zufall – und dann braucht es noch ein bisschen Glück.

Politisieren Sie linker als Beat Jans?

Ich habe sicher andere Schwerpunkte als Beat Jans. Beat ist ein ausgewiesener Umwelt- und Energiepolitiker, auch die Finanzpolitik liegt ihm nahe. Grössere Überschneidungen haben wir wohl im letztgenannten Thema. Ansonsten liegen wir vor allem thematisch auseinander. Am Ende ist gar nicht so entscheidend, wer linker ist, sondern für welche Themen man sich einsetzt.

Ihr Fokus liegt vor allem auf der Gesundheitspolitik. Was darf man diesbezüglich von Ihnen erwarten?

Ich denke, da muss ich realistisch sein: Zuerst muss ich in Bern meinen Platz finden. In der SP-Fraktion gibt es einige Exponentinnen und Exponenten, die sich auf diesem Gebiet bereits einen Namen gemacht haben. Tatsächlich ist es ab er schon so, dass ich auch einiges anstossen möchte im Gesundheitswesen. Ich bin in meiner bisherigen Arbeit immer wieder an die Grenzen des kantonal Möglichen gestossen, denn der Bund gibt in der Gesundheit oft den Takt vor. Genau hier möchte ich nun ansetzen. Ich erhoffe mir nun einen nationalen Hebel.

Was bedeutet das konkret? Was tun Sie für tiefere Krankenkassenprämien?

Die Prämienbelastung ist ein Thema, das wir angehen, gerade auch mit unserer Initiative. Ich möchte aber eine Diskussion über das grundsätzliche System anstossen. Ich würde mir wünschen, dass wir in Gesundheitsregionen denken – und nicht mehr in Kantonen. Das wäre mir ein grosses Anliegen. Hier braucht es einen Systemwechsel, den ich mittragen möchte.

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