Es gehört zum Sommer in Basel mittlerweile dazu wie das Baden im Rhein: Bereits zum 14. Mal wird das Kulturfloss vor der Mittleren Brücke vertäut und bringt Konzerte verschiedenster musikalischer Stilrichtungen mit.

Heinz Darr, der für das Programm verantwortlich ist, macht kein Geheimnis aus seinem diesjährigen Highlight: «Tocotronic ist eine Band, die ich selber sehr gerne mag, und, die auch deswegen kommen, weil die gesamte Veranstaltung gratis ist.»

Darr, der seit drei Jahren die Bands fürs Floss aussucht, sagt, dass er immer eine ähnliche Mischung bucht. «Was an einem Open Air oder in einem Club funktioniert, muss auf dem Floss nicht funktionieren.»

Es sei nicht das Ziel, dass alle Menschen am Rheinbord ekstatisch feiern und alle Texte mitsingen. «Am Floss kann man auch die Musik und die Umgebung einfach nur geniessen», sagt Darr. Dieses Jahr sei die Zusammenstellung des Programms mühsame Arbeit gewesen. «Ich hatte Zusagen, die wieder zurückgenommen wurden», sagt der Programmchef.

Mehr als nur Musik

Eröffnen werden die diesjährige Saison Karamelo Santo, eine argentinische Band mit Ska-, Punk-, und Latin-Einflüssen. Balkan und Gipsy Fans sollten sich den Auftritt vom Boban I Marko Markovic Orkestar dick im Kalender anstreichen. Synthie-Post-Rock-Fans hingegen seien Sizarr ans Herz gelegt. «Sie stehen ihren grossen Vorbildern in nichts nach», sagt Christian Platz, Mitglied der Floss-Crew.

Auch Basler Bands stehen in Kooperation mit dem Rockförderverein auf der Bühne: Navel, Les Reines Prochaines, Leonti und Pyro zeigen ihr Können.

Bei den nationalen Künstlern sind dieses Jahr die Luzerner Newcomer Hecht, die Westschweizer Musiker Gustav und Carousel, Anna Rossinelli und die Urgesteine von Patent Ochsner dabei - Letztere geben das Schlusskonzert.

Das Floss, das mit den grösseren Namen der Künstler auch immer mehr Publikum anzieht, braucht mehr Platz. «Wir versuchen, innerhalb eines Perimeters von 100 Metern die Sicht möglichst wenig zu behindern», sagt der Kapitän und Gründer des Flosses, Tino Krattiger.

Interessant sei auch, ob das Rheinbord in den nächsten Jahren saniert wird, denn durch die vielen abfallenden Stellen würde Platz verloren gehen.

«Hinter dem Floss stehen Basler Seeleute, die hier allerdings ihren festen Ankerplatz haben», sagt Platz. Dennoch seinen die Flossmacher auch immer ein wenig Bettler. Nachdem im letzten Spätherbst zwei Sponsoren abgesprungen seien, ist die Manor der neue Hauptsponsor.

Dennoch geht das Floss in diesem Jahr neue Wege, um das Budget aufzustocken: Auf der Crowdfunding-Plattform «We make it» kann man das Kulturfloss unterstützen. Abhängig vom Betrag bekommt man im Gegenwert selbstklebende Tattoos, einen Drink oder ein Nachtessen nach dem Konzert auf dem Floss.

Damit werden die Vergrösserung der Bar, eine neue Cocktailbar und zehn Stehtische finanziert. In Zukunft könnte man sich vorstellen, damit die Gage für einen speziellen Künstler zu sammeln. Tom Waits steht ganz oben auf der Wunschliste der Basler Musikmatrosen.