Strafanzeige

Es geht um 16 Millionen Franken: Bund greift bei Subventionsaffäre der VBL durch

Die Subventionsaffäre um BLS und die Verkehrsbetriebe Luzern könnte mit Yvonne Hunkeler auch in Basel ankommen.

Die Subventionsaffäre um BLS und die Verkehrsbetriebe Luzern könnte mit Yvonne Hunkeler auch in Basel ankommen.

Auch BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler bleibt trotz ihrem sofortigen Rücktritt als Verwaltungsrätin der Verkehrsbetriebe Luzern nicht verschont.

Bis gestern Morgen war es nur eine Vermutung, jetzt ist es Tatsache: Das Bundesamt für Verkehr (BAV) reicht Strafanzeigen gegen die BLS und die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) ein. Wie die bz bereits berichtete, war im März bekannt geworden, dass die VBL zwischen 2010 und 2017 Subventionen in der Höhe von rund 16 Millionen Franken zu Unrecht bezogen hatten. Auch bei der BLS hat eine andere Untersuchung ergeben, dass die Geschäftsleitung gegenüber Bund und Kantonen seit mehreren Jahren bewusst nicht alle Einnahmen im «Libero»-Tarifverbund offengelegt hat. In beiden Fällen lautet der Tatbestand Betrug. In der gestrigen Mitteilung des Bundes heisst es, dass Bund und Kantone beziehungsweise der Verkehrsverbund Luzern die überhöhten Subventionsbezüge samt Strafzinsen zurückfordern.

Ausserdem habe das BAV die eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde gebeten, zu prüfen, ob die Revisionsstellen der BLS und der VBL ihre Pflichten in den vergangenen Jahren genü- gend wahrgenommen haben. Auch Yvonne Hunkeler, die Verwaltungsratspräsidentin der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), steht in dieser Affäre unter Beschuss: Bereits vor ihrem Basler Engagement präsidierte Hunkeler den Verwaltungsrat der VBL. Am Freitag erklärte sie zusammen mit zwei weiteren Verwaltungsräten ihren sofortigen Rücktritt – von der Strafanzeige befreit ist sie deshalb aber nicht.

Und ob diese Subventionsaffäre ihr Echo bis nach Basel findet, bleibt derzeit noch offen. Hunkeler jedoch ist sich ihrer Arbeit sicher: «Wir haben immer nach gutem Treu und Glauben gehandelt», sagt sie. Einen Grund, um ihren Platz in Basel aufzugeben, gebe es keinen. Solange sie die Rückendeckung der Regierung habe, wolle sie als Verwaltungsratspräsidentin weitermachen, heisst es. Und momentan scheint nichts dagegen zu sprechen. Wie das zuständige Bau- und Verkehrsdepartement bereits mitteilte, wolle man weiterhin an Hunkeler und ihrer «ausgezeichneten Arbeit» festhalten. (dgo)

Meistgesehen

Artboard 1